Erdogan: EU soll sich im Gasstreit mit Griechenland „unparteiisch“ verhalten

Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte) bei der Staatsfeier zu Ehren der Schlacht von Dumlupinar, wo die Türkei 1922 Griechenland besiegte. [STR/EPA]

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU aufgefordert, sich im Gasstreit mit Griechenland „unparteiisch“ zu verhalten.

Erdogan habe am Sonntag mit EU-Ratspräsident Charles Michel telefoniert und in dem Telefonat Brüssel und die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, „fair, unparteiisch und objektiv“ zu sein und sich in „regionalen Fragen“, vor allem im östlichen Mittelmeer, „verantwortungsbewusst zu verhalten“, teilte das türkische Präsidialamt mit.

Michel forderte Erdogan nach Angaben eines EU-Vertreters in dem Telefongespräch auf, sich für eine Deeskalation des Konflikts einzusetzen und Aktivitäten zu unterlassen, die die Spannungen mit Griechenland weiter anheizten.

EU: Ein "Unfall" im Mittelmeer ist in niemandes Interesse

Die Europäische Union bemüht sich im östlichen Mittelmeerraum um Deeskalation und Dialog, erklärte EU-Sprecher Peter Stano gestern. Es sei in niemandes Interesse, dass es angesichts der angespannten Lage zwischen Griechenland und der Türkei zu einem „Unfall“ kommt.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Neben Griechenland und der Türkei erhebt auch Zypern Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Ankara und Athen untermauern ihren Anspruch durch die Entsendung von Kriegsschiffen. Die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Mitgliedern sind deshalb extrem angespannt.

Am Sonntag begann die türkische Armee zudem eine Militärübung im Norden der Mittelmeerinsel Zypern. Michel hatte sich am Freitag in den Konflikt eingeschaltet. Er schlug vor, eine „multilaterale Konferenz“ unter Beteiligung Ankaras zu organisieren.

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