Entwicklungsminister: Investitionen deutscher Firmen in Afrika fördern

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller versucht, Migrationsursachen in Afrika anzugehen und hat dafür einen „Marshallplan für Afrika“ vorgelegt. [Michael Gottschalk/photothek]

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will deutsche Unternehmen so fördern, dass Investitionen in Afrika für sie attraktiver werden.

Dazu seien steuerliche Maßnahmen geplant, sagte der CSU-Politiker dem “Handelsblatt” laut Vorabbericht. Gemeinsam mit dem Wirtschafts- und dem Finanzminister wolle er ein passendes Gesetz auf den Weg bringen. Auf Arbeitsebene hätten die Gespräche zwischen den Ressorts bereits begonnen.

Verluste aus Afrika-Aktivitäten sollten steuerlich in Deutschland besser abgeschrieben werden können, kündigte Müller an. Eine solche Regelung gab es bereits bis in die 1980er Jahre. Gerade in der Anfangsphase will der Entwicklungsminister das Investitionsrisiko in Afrika so besser absichern. “Und ich setze mich dafür ein, dass Rücklagen für Investitionen in Afrika steuerlich begünstigt werden.”

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Investitionen in Afrika sind Teil des von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgelegten Masterplans für Migration sowie des von Müller schon lange propagierten Marshallplans für Afrika. Unter dem Motto „Fordern und Fördern“ plant Müller,  die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit afrikanischen Unternehmen abzubauen,  Schul- und Berufsbildung zu fördern und afrikanischen Regierungen finanzielle Hilfe im Gegenzug zur Einhaltung bestimmter Standards zuzusichern. So soll auch die Migration nach Europa bereits in den Herkunftsländern eingegrenzt werden.

Auch für Deutschland soll sich die intensivere Kooperation lohnen, schreibt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeite doch auf seiner Webseite: In Afrika „wachsen die globalen Märkte, die Kunden und Mitarbeiter der Zukunft heran. “

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