Entwicklung statt Schulden: Russland unterstützt Mosambik

Mosambik wird beim Thema Ernährung seine Millenium Development Goals erreichen. Durch den Deal mit Russland soll die Ernährungssicherheit weiter verbessert werden. [@wfp_mozambique Twitter]

Das Welternährungsprogramm der UN (WFP) teilte am Mittwoch mit, Russland und Mosambik hätten sich auf einen Deal geeinigt, unter dem Schulden des afrikanischen Landes erlassen und direkt in Entwicklungsprojekte investiert werden. Mit 40 Millionen Dollar sei dies die bisher größte Aktion dieser Art.

Mit der Initiative der beiden Länder werden Mittel in Höhe von 40 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, die das UN-WFP nutzen will, um die mosambikanische Regierung dabei zu unterstützen, in den kommenden fünf Jahren Schulessen für 150.000 Kinder bereitzustellen.

Mit dem frischen Geld aus dem Schuldenschnitt will Mosambik weitere Initiativen unter dem Schulkantinenprogramm (Programa Nacional de Alimentação Escolar) auf- und ausbauen.

„Russlands innovative Aktion, Schulden in Unterstützung für die Entwicklungszusammenarbeit umzuwandeln, wird dabei helfen, eine ganze Generation von Schulkindern in Mosambik zu ernähren,“ freute sich David Beasley, Exekutivdirektor des WFP.

„Wir begrüßen den Willen Russlands und Mosambiks, solche neuen Finanzierungsmethoden anzunehmen, die sowohl die Eigenverantwortung der Regierung als auch die Entwicklung wichtiger Programme stärken. Wir rufen andere Geberländer dazu auf, sich ebenfalls mit diesen neuen Methoden zu beschäftigen, mit denen wir die Sustainable Development Goals erreichen können.”

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Mosambik ist auf gutem Weg, sein Entwicklungsziel zu erreichen und die Zahl der hungerleidenden Menschen im Land zu halbieren. Dennoch leidet weiterhin rund ein Viertel der mosambikanischen Bevölkerung unter Ernährungsunsicherheit und Unterernährung.

Mit dem Strategieprogramm für Mosambik (für die Jahre 2017-2021), wollen das WFP und seine Partner sicherstellen, dass alle Kinder des Landes das ganze Jahr lang Zugang zu nährstoffreicher Nahrung haben – auch in chronisch von Nahrungsmittelunsicherheit betroffenen Gebieten.

Russland gilt gemeinhin nicht als großer Geldgeber in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. In der ehemaligen G8-Gruppe machte das Land immer nur einen winzigen Teil der Ausgaben anderer großer Industrienationen aus.

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Mit dem ostafrikanischen Mosambik hat Russland in den 1960er-Jahren gute Beziehungen aufgebaut, als die Sowjetunion den Freiheitskampf der marxistisch-orientierten FRELIMO-Partei in der damaligen portugiesischen Kolonie unterstützte.

Kurz nach der Unabhängigkeit wurden am 25. Juni 1975 diplomatische Beziehungen aufgenommen und die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und Verteidigungsfragen vertieft.

Dies änderte sich allerdings ab 1984, als Mosambik der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds beitrat. Seitdem kommt Entwicklungshilfe eher aus dem Westen, besonders aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Island. Auch die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Portugal sind weiterhin wichtig.

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