Entmilitarisierte Åland-Inseln erneut im Mittelpunkt der Sicherheitsdebatte

Die Situation in Åland wird von Jukka Savolainen vom European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats als "beunruhigend" für Finnland bezeichnet. [shutterstock / Ad Oculos]

Das aggressive Verhalten Russlands in der Ostsee hat erneut eine Diskussion über die strategische Bedeutung der Åland-Inseln ausgelöst.

Der entmilitarisierte und neutrale Status der autonomen Åland-Inseln, die zu Finnland gehören und am Eingang zum Bottnischen Meerbusen liegen, wurde in drei Verträgen bekräftigt: dem Pariser Vertrag von 1856, dem Vertrag von 1921, der unter der Schirmherrschaft des Völkerbundes geschlossen wurde, sowie dem 1940 zwischen Finnland und der Sowjetunion auf Druck der Sowjets unterzeichneten Vertrag.

Am vergangenen Wochenende veranstaltete Schweden auf seiner Insel Gotland ein Militärspektakel als Reaktion auf das Auftauchen russischer Kriegsschiffe in der Ostsee. In einem Interview mit dem Schwedischen Rundfunk betonte Verteidigungsminister Peter Hultqvist die verteidigungspolitische Bedeutung sowohl von Gotland als auch von Åland.

Finnische Forscher:innen und Historiker:innen kommentierten seine Worte sofort. In einer Fernsehdebatte sagte Charly Salonius-Pasternak vom Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten, Finnland sei nicht in der Lage, Åland vollständig zu verteidigen. Deshalb würde Finnland etwas akzeptieren, was nirgendwo sonst auf der Welt genehmigt würde. Das Land könne mit Åland nicht so umgehen, wie Schweden es mit Gotland getan habe.

Die Situation in Åland wird von Jukka Savolainen vom European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats als „beunruhigend“ für Finnland bezeichnet. Er kann sich aber nicht vorstellen, dass die geltenden Verträge einseitig aufgelöst werden.

Laut der Zeitung Iltalehti hat die militärische Überwachung Schwedens und Finnlands ergeben, dass Russland eine Fallschirmjägerbrigade in Kaliningrad stationiert hat, die Gotland und Åland angreifen könnte.

Bei einer solchen Entwicklung würde Åland sowohl von Finnland als auch von Schweden verteidigt werden. Nach Angaben von Iltalehti, das die Swedish Finnish Amphibious Task Unit (SFATU) als Beispiel für die Bereitschaft nennt, wurden in den letzten Jahren mehrere militärische Übungen abgehalten.

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