Energiepreise: Von der Leyen spricht Nordmazedonien €80 Millionen zu

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, die durch Russlands Krieg in der Ukraine und den Wintereinbruch ausgelöst wurden und die europäischen Volkswirtschaften erschüttern, die bereits mit steigender Inflation zu kämpfen hatten. [EPA-EFE/GEORGI LICOVSKI]

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Nordmazedonien, dem wahrscheinlichsten EU-Beitrittskandidaten, 80 Millionen Euro Unterstützung zur Abmilderung der hohen Energiepreise versprochen.

Der gesamten Region stelle sie am 26. Oktober zum Beginn ihrer mehrtägigen Balkanreise 500 Millionen Euro zur Investition in die Energie-Infrastruktur in Aussicht.

Derzeit sind die Energiepreise immer noch ein vielfaches höher als noch 2021, der Winter steht bevor und europäische Volkswirtschaften haben mit der steigenden Inflation zu kämpfen.

Laut von der Leyen werden zunächst 80 Millionen Euro an sofortiger Budgethilfe für Nordmazedonien bereitgestellt, um „die Auswirkungen der hohen Energiepreise zu mildern.“

„Aber natürlich wird noch mehr kommen. Zum Beispiel gibt es 500 Millionen Euro an Zuschüssen für die gesamte Region, um in Energieverbindungen, Energieeffizienz und natürlich erneuerbare Energien zu investieren“, sagte von der Leyen und betonte, wie wichtig es sei, von russischen fossilen Brennstoffen unabhängig zu sein.

Ein Teil der Unterstützung erfolgt durch die gemeinsame Gasbeschaffung auf dem Weltmarkt.

„Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Energie- und Wirtschaftskrise hat Europa geeint. Nur vereint können wir den Mangel an Energie und Lebensmitteln bewältigen“, sagte der nordmazedonische Premierminister Dimitar Kovacevski.

Die Nachricht dürfte für viele Länder des westlichen Balkans eine willkommene Erleichterung bedeuten, so auch für Nordmazedonien, wo die einheimische Stromproduktion nur zwei Drittel des Jahresbedarfs deckt.

Die meisten Länder des westlichen Balkans, darunter auch Nordmazedonien, befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Verhandlungen über einen möglichen EU-Beitritt, wobei einige Länder bereits seit über einem Jahrzehnt offizielle Beitrittskandidaten sind.

EU-Beamte haben wiederholt erklärt, dass die westlichen Balkanländer trotz des langen Beitrittsprozesses Teil der europäischen Familie seien.

Experten:innen haben davor gewarnt, dass der ins Stocken geratene Integrationsprozess eine wachsende Europaskepsis hervorgerufen habe, die dem russischen Einfluss in der Region Auftrieb gebe.

Der Besuch am Mittwoch war von der Leyens zweite Reise nach Skopje in diesem Jahr. Im Juli sprach sie im mazedonischen Parlament am Vorabend des offiziellen Beginns der Verhandlungen zwischen Nordmazedonien und der EU.

In den kommenden Tagen wird die EU-Kommissionschefin Albanien, Kosovo, Montenegro und Serbien besuchen.

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