EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

24/01/2017

Eklat wegen Falklandinseln bei EU-Lateinamerika-Gipfel

EU-Außenpolitik

Eklat wegen Falklandinseln bei EU-Lateinamerika-Gipfel

Der argentinische Außenminister Héctor Timerman.

[Cancillería Argentina/Flickr]

Bei dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Brüssel ist es wegen des Streits zwischen Großbritannien und Argentinien um die Falklandinseln zu einem Eklat gekommen. Argentinische Regierungsvertreter bestätigten einen „Zwischenfall“ während einer der Arbeitssitzungen des Gipfels.

Wie aus britischen Diplomatenkreisen verlautete, thematisierte der argentinische Außenminister Héctor Timerman am Mittwoch bei einer Plenumssitzung der Staats- und Regierungschefs der EU und der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) den Anspruch seines Landes auf die Inseln. Cameron habe daraufhin „die Falklandinseln und ihr Recht auf Selbstbestimmung verteidigt“, sagte ein britischer Diplomat der Nachrichtenagentur AFP.

Argentinische Regierungsvertreter, die mit Timerman angereist waren, bestätigten einen „Zwischenfall“ während einer der Arbeitssitzungen des Gipfels. Nähere Angaben dazu machten sie allerdings nicht.

Die argentinische Zeitung „La Nación“ berichtete, Timerman habe den Anspruch Argentiniens auf die Inseln bekräftigt, die in dem südamerikanischen Land „Las Malvinas“ genannt werden. Cameron habe diese Wortmeldung als „bedrohlich“ kritisiert.

Die 400 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland gelegenen Falklandinseln sind zwischen London und Buenos Aires seit langem umstritten. Nach einer Invasion der argentinischen Armee lieferten sich beide Länder im Jahr 1982 einen kurzen Krieg um die Inseln, bei dem mehr als 900 – zumeist argentinische – Soldaten getötet wurden. Argentinien erlitt eine Niederlage, die im folgenden Jahr den Sturz der Militärdiktatur nach sich zog.

Die Inseln befinden sich seit 1833 unter britischer Kontrolle. 2013 hatten sich die etwa 3.000 Bewohner in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. Argentinien erkennt das Referendum aber nicht an. Angesichts der Entdeckung großer Ölvorkommen vor den Inseln hatten sich die Spannungen zwischen beiden Staaten in den vergangenen Jahren wieder verschärft. Im März bekundete die britische Regierung ihre Absicht, wegen einer „sehr konkreten Bedrohung“ durch Argentinien ihr Militäraufgebot vor den Falklandinseln zu verstärken.