Diplomatische Töne und klare Worte im UN-Sicherheitsrat

Nordkoreanische Atomstests sind Thema auch im UN-Sicherheitsrat. [Shutterstock]

Nordkorea provoziert nach Einschätzung der USA mit seinem jüngsten Atomtest direkt einen Militärkonflikt. China und Russland werben um Mäßigung.

Machthaber Kim Jong Un “bettelt um Krieg”, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, am Montag im UN-Sicherheitsrat. Die USA wollten niemals Krieg, auch jetzt nicht, aber die Geduld Amerikas sei nicht grenzenlos.

China warb derweil für Mäßigung und eine diplomatische Lösung des Konflikts. Nordkorea solle seine Atomtests einstellen, Südkorea und die USA ihre Manöver in der Region. Krieg und Chaos in Nordkorea werde man nicht zulassen.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia argumentierte in die gleiche Richtung: Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel könne nicht militärisch gelöst werden. Wirksam sei nur politische Diplomatie, auch durch verstärkte Vermittlung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Es sei dringend nötig, “einen kühlen Kopf zu bewahren”. Es müsse alles vermieden werden, was zu einer weiteren Eskalation beitragen könne.

Wasserstoffbombe würde Nordkoreas Drohpotenzial drastisch erhöhen

Sollte Nordkorea tatsächlich der Bau einer Wasserstoffbombe gelungen sein, wäre das Land einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zur Entwicklung atomar bewaffneter Interkontinentalraketen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen sprach sich nach Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In für schärfere Strafmaßnahmen aus. Gegenüber Trump bekräftigte die Kanzlerin laut Regierungssprecher Steffen Seibert zudem, dass sich Deutschland in der EU für zusätzliche, harte Sanktionen einsetzen werde. Ziel bleibe es, Nordkorea von seinem völkerrechtswidrigen Verhalten abzubringen und eine friedliche Konfliktlösung zu erreichen.

Diplomatischere Töne schlug die Schweiz an, die sich als Vermittler anbot. Das Land könne Schauplatz für Gespräche der zuständigen Minister sein, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard. “Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Großmächte haben eine Verantwortung.” An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea sind seit mehr als 60 Jahren Schweizer Truppen im Einsatz – unter anderem um den Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern zu überwachen.

Das weitgehend isolierte Nordkorea treibt die Entwicklung sowohl von Atomwaffen als auch von Trägerraketen mit Hochdruck voran. Der sechste Atomtest am Sonntag war deutlich stärker als frühere. Nach nordkoreanischen Angaben wurde dabei erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Das war auch Anlass für die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

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