Deutschland will Nato-Partner Litauen aufrüsten

Deutsche Panzer sind außerhalb der NATO sehr gefragt. [© Bundeswehr (CC BY-ND 2.0)]

Die Bundesregierung will dem Nato-Partner Litauen bei der Modernisierung seiner Streitkräfte helfen. Unklar bleibt jedoch, ob sie eigene Radpanzer vom Typ Boxer abgeben wird.

Die Bundesregierung will den Nato-Partner Litauen aufrüsten. Dazu könnte sie Panzerhaubitzen liefern. Eigene Radpanzer vom Typ Boxer will sie nach eigenen Angaben jedoch vorerst nicht abgeben.

Sowohl der litauische Botschafter in Berlin als auch die Bundesregierung dementierten am Montag einen Bericht, demzufolge Litauen in Berlin um eine Lieferung gebeten habe. „Es gibt eine Ausschreibung der litauischen Regierung für den Kauf von mehr als 100 Radpanzern, an der sich auch eine deutsche Firma beteiligt. Die Entscheidung fällt Ende März“, sagte Botschafter Deividas Matulionis am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde allerdings eine Anfrage seiner Regierung an die Bundesregierung zur Lieferung von Panzerhaubitzen geben. Das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) bestätigte die Teilnahme an der Radpanzer-Ausschreibung.

Sowohl Regierungssprecher Steffen Seibert als auch das Verteidigungsministerium wiesen die Darstellung der „Welt am Sonntag“ zurück, Deutschland habe eine Anfrage Litauens für ein sogenanntes „Government to Government“-Geschäft zur Lieferung des Radpanzers Boxer abgelehnt. Das Fahrzeug wird von den deutschen Rüstungskonzernen Rheinmetall und KMW gebaut.

In Rüstungskreisen hieß es, Litauen habe aber informell und parallel zur laufenden Ausschreibung in Berlin angefragt, ob es aus Armeebeständen oder anstehenden Auslieferungen einige Modelle haben könne. Das Verteidigungsministerium verwies darauf, dass Litauen die Radpanzer erst zwischen 2017 und 2020 kaufen wolle – und deshalb keine Zeitverzögerung durch die laufende Ausschreibung befürchten müsse.

Die Bundeswehr selbst könne keine Radpanzer an Litauen abgeben, da sie selbst nicht genug habe, so das Ministerium. Sie hat insgesamt 272 Boxer bestellt, von denen bisher rund 200 an die Truppe ausgeliefert wurden. Darüber hinaus will das Verteidigungsministerium weitere 131 Boxer kaufen.

Interesse an Panzerhaubitze

Anders als beim Boxer macht sich die litauische Regierung bei der Panzerhaubitze 2.000 offenbar Hoffnung, die Waffensysteme direkt von der Bundeswehr übernehmen zu können. Hier werde eine entsprechende Regierungsanfrage kommen, kündigte der Botschafter an.

„Die Bundesregierung wird natürlich alles tun, um dem Nato-Verbündeten Litauen zu helfen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Sei dies nicht möglich, müsse Litauen auch hier den Weg über eine kommerzielle Beschaffung gehen.

Deutschland habe Litauen aber in der Vergangenheit schon etwa 300 gepanzerte Transportwagen des Typs M 113 aus Bundeswehrbeständen geliefert.

Deutschland verfolgt eine restriktive Politik beim Export von Waffen. Die Ausfuhr von Rüstungsgütern in EU- oder Nato-Staaten gilt allerdings als unkritisch und wird gewöhnlich genehmigt.

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