Deutschland und Dänemark stocken Truppen in Polen auf

Wollen Nato-Truppen in Stettin aufstocken: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk. Foto: dpa

Als Reaktion auf die Ukraine-Krise senden Deutschland und Dänemark mehr Soldaten nach Stettin. Die Aufstockung gehört zu einem Maßnahmenpaket, mit dem die Nato ihre Präsenz im Osten erhöhen will.

Deutschland, Dänemark und Polen wollen ihre Truppen im polnischen Stettin aufstocken. Die drei Nationen betreiben in der polnischen Stadt mit rund 200 Soldaten das Hauptquartier des sogenannten Multinationalen Korps Nordost, das bisher binnen sechs Monaten einsatzfähig sein musste. Künftig soll sich die Vorwarnzeit auf ein bis drei Monate verringern und die Zahl der Soldaten auf etwa 400 steigen.

Die Zahl der Bundeswehr-Soldaten in Stettin dürfte sich damit von 30 auf 60 verdoppeln. Damit könne das Hauptquartier besser auf zukünftige Bedrohungen und Herausforderungen reagieren, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Bei einem Angriff auf das Bündnisgebiet der Nato soll das Hauptquartier Kampftruppen der westlichen Militärallianz führen.

Schlagkraft der Nato wird erhöht

Die Aufstockung des Stützpunktes in Stettin gehört zu einem ganzen Maßnahmenpaket, das der Nato-Gipfel in Wales am Freitag beschließen will und das die Schlagkraft der Allianz als Reaktion auf die Ukraine-Krise erhöhen soll.

Außerdem wollen die Staats- und Regierungschefs nach Angaben aus Militärkreisen die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe mit etwa 4.000 Soldaten beschließen, die binnen zwei Tagen einsatzfähig sein soll. Eine dauerhafte Stationierung von Nato-Kampftruppen im Osten, wie sie etwa Polen gefordert hatte, sei dagegen unwahrscheinlich.

Stattdessen dürften die Maßnahmen verlängert werden, mit denen die Nato seit Beginn der Ukraine-Krise Stärke am Ostrand ihres Gebiets demonstriert: Dazu zählen vermehrte Manöver zu Lande, zu Wasser und in der Luft, eine Verstärkung der Luftraumüberwachung über dem Baltikum und die Verlegung von US-Fallschirmjägern nach Polen und ins Baltikum. Damit zeigt die Nato eine verstärkte Präsenz im Osten, ohne dauerhaft Kampftruppen dort zu stationieren, was die Nato-Grundakte von 1997 verbietet.

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