Deutschland fordert Krisenfonds

Deutschland fordert angesichts der humanitaeren Krisen auf dem afrikanischen Kontinent, braucht es ein Krisenkonzept und einen ständigen Krisenfonds. [Foto: dpa (Archiv)]

Angesichts der Hungersnot in mehreren afrikanischen Ländern hat sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für den Aufbau eines neuen Krisenkonzeptes und einen ständigen Krisenfonds ausgesprochen.

Die Vereinten Nationen müssten in die Lage versetzt werden, vorausschauend und präventiv zu handeln, sagte Müller der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). „Wir müssen ein neues Krisenkonzept der EU und der Vereinten Nationen aufbauen. Es darf nicht sein, dass tausende Menschen verhungern, bevor die Welt reagiert“, kritisierte er.

Müller forderte einen ständigen Krisenfonds im Volumen von zehn Milliarden Dollar, aus dem Sofortmaßnahmen finanziert werden könnten. Es sei „inakzeptabel“, dass der UN-Generalsekretär, das UN-Kinderhilfswerk Unicef und das Welternährungsprogramm keine ausreichende Grundfinanzierung hätten „und bei Hungerkatastrophen immer mit dem Klingelbeutel um Unterstützung betteln müssen“, sagte Müller der Zeitung.

Wegen drohender Hungerkatastrophen in Nigeria, Somalia, Südsudan und Jemen hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres Mitte der Woche an die internationale Gemeinschaft appelliert, bis Ende März rund 4,2 Milliarden Euro bereitzustellen. Bislang stünden nur 85 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 20 Millionen Menschen seien in diesen Ländern vom Hunger bedroht.

Eine Geberkonferenz für notleidende Menschen in der Tschadsee-Region hatte am Freitag Finanzzusagen in Höhe von 634 Millionen Euro erhalten. Ziel der Konferenz in Oslo waren eigentlich Zusagen über 1,4 Milliarden Euro gewesen.

In den Ländern im Einflussgebiet der Islamistengruppe Boko Haram brauchen nach UN-Schätzungen 10,7 Millionen Menschen dringend Hilfe. Zu den betroffenen Ländern zählen Nigeria, Niger, Kamerun und Tschad.

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