Deutschland ernennt ersten Sondergesandten für den Westbalkan

"Er wird dafür sorgen, dass die Interessen dieser Region in Berlin ganz oben auf der Tagesordnung stehen", sagte Baerbock. [MICHAEL SOHN/EPA]

Deutschland hat seinen ersten Sonderbeauftragten für die Region ernannt, um „mehr Präsenz“ in den westlichen Balkanstaaten zu zeigen und deren Anliegen ganz oben auf die Agenda Berlins zu setzen. Dies gab Bundesaußenministerin Annalena Baerbock am Donnerstag bei einem Besuch in Sarajevo bekannt.

„Ich bin aber eine ganz klare Botschaft migebracht: Deutschland wird hier in Ihrem Land und auf dem westlichen Balkan Präsenz zeigen“, sagte Baerbock auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit ihrer bosnischen Amtskollegin Bisera Turkovic in Sarajevo. Aus diesem Grund habe Deutschland das Amt des Sonderbeauftragten geschaffen, fügte die deutsche Außenministerin hinzu.

Die Rolle wird Manuel Sarrazin übernehmen, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter, der oft als starker Fürsprecher für die Interessen der Region aufgetreten ist. Sarrazin leitet derzeit die Südosteuropa-Gesellschaft und bezeichnete seine neue Position als „Traumjob“.

„Er wird dafür sorgen, dass die Anliegen der Region in Berlin ganz oben auf der Tagesordnung stehen“, sagte Baerbock.

Auf europäischer Ebene verfügt der Auswärtige Dienst der EU bereits über Sonderbeauftragte für den Dialog zwischen Belgrad und Pristina und andere regionale Fragen des Westbalkans, unter anderem für Bosnien und Herzegowina und den Kosovo.

Baerbocks Besuch in Sarajewo ist Teil einer mehrtägigen Reise, auf der sie auch den Kosovo, Serbien und Moldawien besuchen wird. Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten Diskussionen über die Gewährung eines EU-Beitritts- oder Kandidatenstatus für die Ukraine. Dies löste Befürchtungen aus, dass der westliche Balkan in Bezug auf den EU-Beitritt ins Hintertreffen geraten könnte.

Regierungssprecher lehnten es unterdessen ab, sich dazu zu äußern, ob Serbiens Zögern, die russische Invasion in der Ukraine zu verurteilen, auch ein Thema bei Baerbocks Besuch in Belgrad sein wird.

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