Deutsche Wirtschaft reagiert besorgt auf Türkei-Referendum

Pro-Erdogan-Demo in Istanbul. [Foto: Reuters.]

Nach dem Zuspruch für die umstrittene Verfassungsreform in der Türkei sorgt sich die deutsche Wirtschaft um die Handelsbeziehungen zu dem Land.

„Das Ergebnis des Referendums besorgt mich“, erklärte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, heute. Die Türkei entferne sich damit „weiter von europäischen Grundwerten“. Die Türken hatten beim Referendum am Sonntag mit knapper Mehrheit für die Einführung eines Präsidialsystems gestimmt.

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Deutschland sei der wichtigste Handelspartner der Türkei, fuhr Kempf fort. Recep Tayyip Erdogan müsse daher „im wirtschaftlichen Interesse seines Landes dafür sorgen, dass die Vertrauensbasis der europäischen Partner nicht weiter erodiert“. Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zufolge gab es in den traditionell sehr engen deutsch-türkischen
Wirtschaftsbeziehungen bereits im vergangenen Jahr wegen der unsicheren politischen Lage eine erhebliche Abkühlung.

Auch der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, äußerte seine „große Sorge“ über das Ergebnis der Volksabstimmung. Damit entferne sich das Land weiter von seinem wichtigsten Absatzmarkt, der EU. Auch Börner sprach von „stark belasteten“ Wirtschaftsbeziehungen in den vergangenen Monaten. Es müsse also „im eigenen Interesse der Türkei liegen“, zu einer wachstumsfördernden Politik zurückzukehren.

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