Corona: Europas erste Schritte in die Normalität

Ein Kellner bedient einen Gast in Nyiregyhaza, Ungarn. [Attila Balazs/EPA]

Viele Menschen sehnen sich wohl danach: Endlich wieder raus, Freunde treffen, bummeln gehen. Nach vielen Monaten Corona-Lockdown ist das nun in vielen europäischen Ländern möglich – wenn auch mit Auflagen.

Dies ist ein Artikel von EURACTIVs Medienpartner Deutsche Welle.

Während in Deutschland noch die Corona-Notbremse das gesellschaftliche Leben, Handel und Gastronomie weitestgehend lahm legt, sieht das in anderen europäischen Ländern schon anders aus. Die DW schaut exemplarisch, was sich derzeit so tut.

NGO: In Serbien gibt es eine veritable "Populismus-Industrie"

Die großen Medien seien „das Mittel für Unterstützung, Propaganda und Vergeltung im Dienste der persönlichen Macht“ der Regierung, so eine Belgrader NGO.

Griechenland

Darauf dürften sich sowohl Einheimische als auch Touristen schon lange gefreut haben: Nachdem in Griechenland Bars und Tavernen für rund sechs Monate wegen hoher Corona-Infektionszahlen schließen mussten, sind sie von diesem Montag an wieder geöffnet – wenn auch nur draußen und mit Auflagen. Das Personal muss sich zweimal die Woche testen lassen und Maske tragen. Gäste dürfen nicht stehen, sondern müssen sich hinsetzen. Maximal sechs Menschen dürfen an einem Tisch Platz nehmen, zwischen den Tischen muss Abstand gehalten werden.

Um eine allzu lockere Stimmung zu unterbinden, ist auch die Musikbeschallung verboten. Kurz vor 23 Uhr ist Schluss, denn die Ausgangsbeschränkung in der Nacht gilt weiterhin. Trotz all dieser Auflagen dürften sich die Cafés und Tavernen schnell füllen – das mediterrane Wetter lockt.

Laut John Hopkins-Universität lag die Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland bei rund 150 auf 100.000 Einwohner und damit etwa ähnlich hoch wie in Deutschland. Etwa acht Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft. Vom 15. Mai an will sich das Land touristisch komplett öffnen. Zwar darf man schon jetzt Griechenland besuchen, muss sich jedoch direkt an seinen Zielort begeben.

EU-Parlament gegen Aussetzungen der Impfpatente

Die Aufforderung, den Vorschlag Indiens und Südafrikas zur vorübergehenden Aufhebung der geistigen Eigentumsrechte für COVID-Impfstoffe zu unterstützen, wurde am vergangenen Donnerstag vom EU-Parlament abgelehnt.

Niederlande

Auch in den Niederlanden macht die Außengastronomie wieder auf, zumindest von 12 bis 18 Uhr. Die Ausgangssperre ist abgeschafft und Geschäfte dürfen wieder ohne Termin betreten werden. Auch die Treffen zu Hause dürfen geselliger werden, statt einem Besucher dürfen nun zwei kommen. Museen, Kinos und Theater bleiben jedoch weiter geschlossen. Schüler und Studenten sind noch weitestgehend zu Hause, haben aber zumindest an einem Tag in der Woche Präsenzunterricht.

Das Land kämpft noch immer mit einem regen Infektionsgeschehen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund bei 300. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung wurde mindestens einmal geimpft.

EU muss gegenüber China "weniger naiv" sein, meint Juncker

Die Union und die Mitgliedstaaten müssten ihre Beziehungen zu anderen ausländischen Mächten „besser organisieren“, so der ehemalige EU-Kommissionspräsident.

Tschechien

In Tschechien geht es ebenfalls in kleinen Schritten Richtung Normalität. Seit diesem Montag dürfen der Einzelhandel und auch die Märkte wieder öffnen. Das Land war von der Pandemie stark getroffen und galt als Corona-Hotspot Europas.

Doch die Infektionslage hat sich deutlich gebessert und weist zur Zeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund 150 aus. Das Land gilt nicht mehr als Hochrisikogebiet, Einreisende aus Tschechien müssen deshalb keinen negativen Test mehr vorweisen. Die Quarantänepflicht bleibt jedoch bestehen. Mehr als 18 Prozent der Bevölkerung sind zumindest einmal geimpft worden.

Bericht: Geplanter EU-Impfnachweis ist nicht fälschungssicher

Das Bundesgesundheitsministerium räumte gegenüber der Zeitung die Sicherheitslücke ein. Bei der Prüfung der analogen Impfpässe sei „besondere Vorsicht geboten“. Das gelte auch, wenn „die Informationen in einen digitalen Impfpass übertragen werden“, erklärte das Ministerium.

Frankreich

Auch Frankreich lockert an diesem Montag seine Corona-Restriktionen, die deutlich schärfer als in Deutschland ausgefallen waren. Die Menschen dürfen sich erstmals wieder frei bewegen, bislang mussten sie für nicht notwendige Fahrten in einem Radius von zehn Kilometern rund um ihren Wohnort bleiben.

Die weiterführenden Schulen bieten wieder Präsenz- statt digitalen Unterricht an. Kindergärten und Grundschulen hatten schon vor einigen Tagen geöffnet. In rund zwei Wochen soll dann auch die Außengastronomie wieder geöffnet werden, die Ausgangssperre ist von 19 auf 21 Uhr verschoben werden.

Auch wenn sich viele Menschen über die Öffnungen freuen dürften: Manch einem kommen sie zu schnell, denn noch sind die Inzidenzahlen mit rund 300 auf 100.000 Einwohner recht hoch. Die Regierung hofft, dass sich bald die steigende Zahl der Geimpften bei dem Infektionsgeschehen bemerkbar macht, fast 10 Prozent sind laut John Hopkins Universität mindestens einmal geimpft.

Regierungsbildung endgültig gescheitert: Neuwahlen in Bulgarien

Die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) wird das Mandat für die Bildung einer Regierung zurückgeben. Es war der dritte – und letzte – Versuch, nach den Parlamentswahlen vom 4. April eine Regierung zu bilden.

Italien

Auch Italien lockert nun schrittweise. In den Regionen, die nicht so stark vom Infektionsgeschehen betroffen sind, dürfen Restaurants und Bars im Außenbereich öffnen – wegen Ausgangssperre allerdings auch nur bis 22 Uhr. Selbst Museen und Kinos haben in den schwächer betroffenen Teilen des Landes wieder geöffnet. Was Kulturfans ebenso freuen dürfte: In Vatikanstadt haben seit diesem Montag auch die Vatikanischen Museen geöffnet, Eintritt natürlich nur mit Maske.

Das Land hat mit einer Inzidenz von rund 135 auf 100.000 Einwohner für die kommenden Wochen weitere Lockerungen geplant. Ab Juni dürfen die Menschen auch wieder in den Innenräumen der Restaurants sitzen, auch die Regelungen für Touristen könnten sich ändern. Bislang mussten sich Besucher vor und nach der Einreise testen und sich in eine fünftägige Quarantäne begeben. Ob und wann sich etwas ändert, ist noch unklar.

Immerhin: Mehr als 22 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Die Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommer-Urlaub mit Gelato am Strand und Pizzaessen in Pisa steigt.

Europa und der Kampf um die Pressefreiheit

Die Pressefreiheit gehört zu den demokratischen Grundwerten der EU. In manchen Mitgliedsländern aber ist sie zunehmend gefährdet. Darunter in Slowenien, wo Journalisten beleidigt und bedroht werden. Was kann Europa tun?

Dänemark

Nach mehreren Monaten Lockdown lockert auch Dänemark seine Restriktionen. Damit es nicht zu einer neuerlichen Corona-Welle kommt, gibt es den sogenannten Coronapass.

Der Coronapass weist nach, dass man entweder bereits geimpft wurde, eine jüngst überwundene COVID-Erkrankung hinter sich hat oder einen negativen Coronatest nicht älter als 72 Stunden vorlegen kann. Wer den Coronapass  – ausgedruckt oder per App –  nachweisen kann, darf wieder zum Friseur, in Museen oder in Restaurants. Auch die Sportstadien öffnen wieder für Besucher. Kinos und Theater sollen bald folgen. Auf die Außenterrassen der Lokale darf man übrigens auch ohne Coronapass.

Die Regelungen sollen so lange gelten, bis nahezu alle Dänen geimpft sind. Das soll nach Angaben der Regierung bereits Ende Juli der Fall sein. Die dänischen Neuinfektionszahlen sind stabil niedrig geblieben und liegen mit einer Inzidenz von unter 100 deutlich unter den deutschen Werten.

Melden Sie sich für "The Capitals" an

Vielen Dank für das Abonnieren des The Capitals Newsletters!
  • Mit EURACTIV immer auf dem Laufenden!

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN