China investiert weitere 60 Milliarden Dollar in Afrika

Viele Hände hat Chinas Präsident Xi Jinping auf dem China-Afrika-Gipfel geschütelt. Hier mit Nigers Präsident Mahamadou Issoufou. [Andy Wong/ epa]

Auf dem China-Afrika-Gipfel  in Peking hat der chinesische Staatschef Xi Jinping weitere 60 Milliarden Dollar in Form von Zuschüssen, zinslosen Darlehen und Importhilfen für Afrika angekündigt. Dabei solle vor allem die Zusammenarbeit gestärkt werden.

“Die Kooperation muss Chinesen und Afrikanern greifbare Vorteile und Erfolge bringen”, sagte Präsident Xi Jinping am Montag beim Gipfel mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Peking. Ressourcen seien dabei nicht für “irgendwelche Eitelkeitsprojekte” gedacht, sondern sollten dort ausgegeben werden, wo sie am meisten bewirken würden.

Die Volksrepublik sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, lediglich an den Rohstoffen des Kontinents interessiert zu sein, um damit seinen eigenen wirtschaftlichen Boom zu befeuern. Xi ging auf die Kritik vieler afrikanischer Länder ein, dass China bei Großprojekten vor allem eigene Arbeiter beschäftige und wenig Know-how in den Staaten verbleibe. Er sagte zu, künftig mehr Menschen auszubilden und das Leben der lokalen Bevölkerung verbessern zu wollen. “Die Zusammenarbeit Chinas und Afrikas muss beiden Seiten messbare Erfolge bringen, und dieser Erfolg muss spürbar werden”, sagte der Präsident. Chinesische Offizielle hatten betont, dass man vorsichtiger sein werde bei der Auswahl der geförderten Projekte.

China und Afrika: Die neue Normalität

Jedes Jahr pumpt China Milliardensummen nach Afrika – doch mit welchem Ziel? Auf dem Forum für China-Afrika Kooperation (FOCAC) wird sich zeigen, inwiefern afrikanische Länder die Kooperation mit dem Reich der Mitte strategisch nutzen, um die Entwicklung ihrer Länder voran zu bringen.

Bereits beim vorangegangenen Gipfel vor drei Jahren in Südafrika hatte China ein Paket von 60 Milliarden Dollar geschnürt. Diesmal soll es 15 Milliarden Dollar an Hilfen und zinslosen Darlehen geben, dazu eine Kreditlinie von 20 Milliarden Dollar, einen zehn Milliarden Dollar schweren Spezialfonds für die China-Afrika-Entwicklung sowie einen mit fünf Milliarden Dollar gefüllten Topf für Importe aus Afrika. Zudem sollen chinesische Unternehmen ermuntert werden, in den kommenden drei Jahren mindestens zehn Milliarden Dollar auf dem Kontinent zu investieren.

China hat Afrika zwischen 2000 und 2016 rund 125 Milliarden Dollar geliehen, wie aus Daten einer Initiative an der Johns Hopkins University School of Advanced International Studies hervorgeht. Das brachte der Volksrepublik auch den Vorwurf ein, afrikanische Länder in eine Schuldenfalle zu treiben.

Zu dem zweitägigen Gipfel kommen die mehr als 50 Staats- und Regierungschefs Afrikas nur wenige Tage nach der Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel in drei westafrikanische Länder zusammen. Die deutsche Wirtschaft erwartet 2018 Investitionen auf dem Kontinent von einer Milliarde Euro.

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