Einen staatstragenden Empfang gab es für die letzten Rückkehrenden allerdings nicht – unter Verweis auf die Pandemie.
Der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Reinhard Brandl, erklärte: „Die letzten Soldaten der Bundeswehr haben gestern Abend Afghanistan verlassen […] Dabei haben unsere Soldatinnen und Soldaten ihren militärischen Auftrag, den sie durch uns als Parlament erhalten haben, stets erfüllt. Sie können stolz auf das Geleistete sein.“
Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) zeigte sich zufrieden, „dass alle sicher zurück nach Deutschland gekommen sind“. Sie erinnerte allerdings auch an die 59 Bundeswehrangehörigen, die im Einsatz gestorben sind und mahnte weiter: „Es gab und gibt viele, die auch seelisch verwundet sind.“
Insgesamt waren rund 160.000 Deutsche in Afghanistan im Einsatz. Die Mission hatte mehr als zwölf Milliarden Euro gekostet und war die verlustreichste in der Geschichte der Bundeswehr, bemerkt Der Spiegel.
Indes bleibt die Frage offen, ob Deutschland den Einheimischen, die die Bundeswehr vor Ort unterstützt hatten (etwa als Übersetzer:innen), Asyl gewähren wird. Dass diese nach Abzug der internationalen Truppen im Land Racheaktionen ausgesetzt sein werden, gilt als sehr wahrscheinlich.