Bulgariens Premier wünscht sich „vernunftbasierten“ Dialog mit Skopje

Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow - hier bei einem Besuch in Wien am 16. März 2021. [EPA-EFE/CHRISTIAN BRUNA]

Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow hat sich am Dienstag mit dem nordmazedonischen Außenminister Bujar Osmani getroffen und dabei Nordmazedonien und Albanien aufgerufen, weiter an ihrem zukünftigen EU-Beitritt zu arbeiten.

Die Regierungen Bulgariens und Nordmazedoniens müssten demnach „Wege finden“, ihren Konflikt zu lösen, fügte der Ministerpräsident hinzu. Man müsse „Verhandlungen führen, die auf Vernunft und nicht auf Emotionen basieren“, forderte er beide Seiten auf.

„Alle Uneinigkeiten zwischen Bulgarien und Nordmazedonien müssen aufgelöst werden. Die nächsten Generationen werden uns nicht verzeihen, wenn wir diese große Chance verpassen,“ bekräftigte Borissow. Er machte deutlich: „Unsere Nachbarn müssen Mitglieder der EU werden.“

Der bulgarische Ministerpräsident versicherte weiter, er unterstütze die EU-Integration der Republik Nordmazedonien – allerdings nur, wenn das Land alle Anforderungen sowie die Verpflichtungen aus dem Gute-Nachbarschaft-Abkommen mit Bulgarien erfülle.

Ebenfalls am Mittwoch versprach der nordmazedonische Premier Zoran Zaev seinerseits, die beiden Länder würden bis Juni eine Lösung für ihre Streitigkeiten finden, und dass sein bulgarischer Amtskollege Borissow im Falle seiner Wiederwahl eine große Rolle bei dieser Lösung spielen werde.

Bulgarien ist das einzige Land, das derzeit die Aufnahme der EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien blockiert.

Den Westbalkan wieder auf die EU-Tagesordnung setzen

Neun EU-Mitgliedsstaaten haben den Hohen Außenbeauftragten Josep Borrell aufgefordert, beim Treffen der EU-Außenminister im April eine „strategische Diskussion“ über die Länder des Westbalkans und ihre EU-Perspektiven zu führen.

Bulgarien blockiert weiter EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien

Ihr Land könne dem Beschluss nicht zustimmen, weil er „bulgarische Forderungen nicht berücksichtigt“, sagte Bulgariens Außenministerin. Die Bundesregierung hielt dennoch an ihrem Plan fest, den Start der Gespräche noch bis Ende des Jahres zu ermöglichen.

EU-Erweiterung und der Westbalkan: Leben Totgesagte wirklich länger?

EURACTIV wirft einen Blick auf die Herausforderungen auf dem Balkan im Jahr 2021. Dort finden sich mit Ausnahme der Türkei alle (potenziellen) Anwärter auf einen zukünftigen EU-Beitritt. 

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