Bulgarien verzögert die Lieferung von 100 gepanzerten Mannschaftstransportern an die ukrainische Armee. Abgeordnete machten das Verteidigungsministerium für die Hängepartie verantwortlich, welches wiederum forderte, dass die NATO Transportkosten übernehmen müsse.
Die Entscheidung, die Maschinen zu schicken, war vor mehr als drei Monaten im Parlament getroffen worden. Das bulgarische Innenministerium und das ukrainische Verteidigungsministerium unterzeichneten danach ein Abkommen über die Lieferung der Maschinen.
„Bulgarien kann der Ukraine sehr helfen, aber das verzögert sich, weil die Verwaltung des Verteidigungsministeriums nicht optimal funktioniert“, erklärte der Abgeordnete Ivaylo Mirchev von der Regierungskoalition ‚Wir setzen den Wandel fort – Demokratisches Bulgarien‘ am Montag (19. Februar).
Es ist nicht das erste Mal, dass Verteidigungsminister Todor Tagarev von GERB (EVP) und DPS (ALDE), den beiden anderen Parteien der pro-europäischen Koalition, für sein langsames Handeln kritisiert wird.
„Bulgarien kann helfen, aber das geschieht nicht in dem erforderlichen Tempo und ich hoffe, dass sich das ändern wird“, sagte Mirchev.
„Wir haben vor fast drei Monaten über die Beschaffung von Transportpanzern abgestimmt, aber in drei Monaten können wir keine hundert Transportpanzer von Sofia nach Ruse (einer Stadt an der Donau im Nordosten Bulgariens) transportieren“, beklagte er.
Verteidigungsminister Tagarev erklärte, die Verzögerung sei darauf zurückzuführen, dass Sofia geprüft habe, ob die NATO-Verbündeten den Transport finanzieren könnten. Schließlich seien die Kosten auf das Rammstein-Format der NATO zurückzuführen.
„Es handelt sich nicht um einen einfachen Transport, da eine ganze Reihe von Zügen eingesetzt werden muss“, teilte Tagarev dem staatlichen Radio BNR am Sonntag mit.
Der Verteidigungsminister erklärte, die Logistik sei komplex und die bulgarischen Bemühungen würden „von der ukrainischen Seite geschätzt.“
Euractiv erhielt keine Antwort auf seine Anfrage an das Verteidigungsministerium, warum die Lieferung der Transportpanzer noch nicht stattgefunden hat.
„Mit dieser Entscheidung stärken wir unser Europa und die Verteidigung der Freiheit“, hatte der ukrainische Präsident Selenskyj kommentiert, als die Entscheidung getroffen wurde.
Die Frage der Transportpanzer und anderer Militärhilfe wurde auch während des Besuchs der bulgarischen Parlamentsdelegation in Kyjiw Anfang Februar angesprochen.
Mit dem jüngsten Militärhilfepaket für Kyjiw versprachen die bulgarischen Behörden Rüstungsgüter, die Bulgarien seit der Zeit der Sowjetunion besitzt: Teile für C-300-Raketenwerfer, alte C-300-Raketen, Transportpanzer, Granaten, Mörser und andere Ausrüstung.
Im Dezember bedankte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auch auf Twitter für die geplante Lieferung der Transportpanzer und das neue Militärhilfepaket aus Bulgarien.

