Britischer Ausschuss legt Bericht zu möglichen russischen Einmischungen vor

Premierminister Boris Johnson bei einer Befragung durch die Abgeordneten. [JESSICA TAYLOR / UK PARLIAMENT / EPA]

Ein britischer Parlamentsausschuss will am Dienstag einen lang erwarteten Bericht über mögliche Einmischungen Russlands in die britische Politik veröffentlichen. Das Papier werde um 11.30 Uhr (MESZ) im Unterhaus vorgestellt, kündigte der Geheimdienstausschuss am Montag auf seiner Website an.

Der 50-seitige Bericht ist bereits seit vergangenem Jahr fertig. Der Report war Ende 2017 von der damaligen Premierministerin Theresa May in Auftrag gegeben worden. Wegen der Parlamentswahl im vergangenen Dezember wurde die Veröffentlichung der Ergebnisse jedoch verschoben. Der heutige Regierungschef Boris Johnson verzögerte dann die Besetzung eines neuen Geheimdienstausschusses. Dieser kam erst vergangene Woche erstmals zusammen und einigte sich auf einen Termin für die Veröffentlichung des Russland-Berichts.

Der Bericht wird vor allem von Johnsons politischen Gegnern fieberhaft erwartet. Sie hoffen, dass darin Details über mögliche russische Spender für Johnsons konservative Tories enthalten sind. In Großbritannien gibt es vielen Mutmaßungen, Russland könnte sich in das Brexit-Referendum von 2016 eingemischt haben.

Erneuter Hacker-Verdacht gegen Russland

Großbritannien, die USA und Kanada haben schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben:  „Russische Akteure“ hätten versucht, sich in die Parlamentswahl in Großbritannien im vergangenen Jahr einzumischen. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.

Erst vor wenigen Tagen hatte Großbritannien zudem Russland versuchte Interventionen in die Parlamentswahlen vom Dezember vorgeworfen. London beschuldigt den Kreml außerdem, Hacker beauftragt zu haben, an Informationen über die britische Forschung an Corona-Impfstoffen zu kommen. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland sind seit längerem äußerst angespannt – unter anderem wegen des Giftanschlags auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im März 2018 im englischen Salisbury. Die britische Regierung macht den russischen Geheimdienst für den Anschlag verantwortlich. Moskau weist auch diese Vorwürfe zurück.

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