Bosnischer Serbenführer fordert „friedliche Spaltung“ des Landes

Milorad Dodik, der in den letzten zehn Jahren wiederholt mit Abspaltung gedroht hat, sprach mit Journalist:innen in Banja Luka, der Hauptstadt der serbischen Republik, die zusammen mit der Föderation der Bosniaken und Kroaten eine der beiden autonomen Einheiten von Bosnien und Herzegowina bildet. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Das serbische Mitglied der dreigliedrigen Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina hat zu einer „friedlichen Spaltung“ des Landes aufgerufen und erklärt, der derzeitige Staat habe keine Zukunft.

Milorad Dodik, der in den letzten zehn Jahren wiederholt mit Abspaltung gedroht hat, sprach mit Journalist:innen in Banja Luka, der Hauptstadt der serbischen Republik, die zusammen mit der Föderation der Bosniaken und Kroaten eine der beiden autonomen Einheiten von Bosnien und Herzegowina bildet.

Dodik beklagte sich über die Versuche der Bosniaken, die mehrheitlich slawische Muslime sind, die Serben und Kroaten zu dominieren. Er bezeichnete diese Bestrebungen als „muslimischen Nationalismus.“

„Es ist an der Zeit, noch einmal zu versuchen, den Mechanismus der friedlichen Auflösung in Bosnien und Herzegowina zu aktivieren“, sagte er und fügte hinzu, dass nach Abschluss dieses Prozesses alle „in Frieden leben“ könnten.

Der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 brach aus, nachdem sich Serben geweigert hatten, die Unabhängigkeit des Landes von Jugoslawien anzuerkennen, und ihr eigenes, ethnisch getrenntes Gebiet abgrenzten.

Mit dem Friedensabkommen von 1995 wurde das Land als loser Zusammenschluss der beiden Entitäten gegründet, mit einer schwachen Zentralregierung und schwerfälligen Strukturen auf allen Ebenen.

Dodik, den die US-Regierung wiederholt wegen Untergrabung der Friedensbemühungen und der Rechtsstaatlichkeit mit Sanktionen belegt hat, ist ein überzeugter Anhänger Moskaus und hat sich geweigert, den Beitritt Bosniens und Herzegowinas zu den internationalen Sanktionen zu genehmigen.

Am 2. Oktober sollen in der Republik Parlamentswahlen abgehalten werden, trotz der Proteste seitens der Kroat:innen, die der Ansicht sind, dass das derzeitige Wahlgesetz sie als kleinste der drei ethnischen Gruppen erheblich benachteilige.

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