Borrell: EU wird mit den Taliban sprechen müssen

Die EU werde "so schnell wie nötig in einen Dialog treten, um ein humanitäres und potenzielles Flüchtlings-Desaster" zu verhindern. [EPA/STEPHANIE LECOCQ]

Die Europäische Union wird nach den Worten des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan Gespräche führen müssen. „Die Taliban haben den Krieg gewonnen, also werden wir mit ihnen sprechen müssen“, sagte Borrell am Dienstag (17. August) nach einem Dringlichkeitstreffen der EU-Außenminister.

Die EU werde „so schnell wie nötig in einen Dialog treten, um ein humanitäres und potenzielles Flüchtlings-Desaster“ zu verhindern. Dabei werde es auch um die Mittel gehen, um eine Rückkehr ausländischer Terroristen nach Afghanistan zu vermeiden, fügte Borrell hinzu. „Das ist keine Frage offizieller Anerkennung, es ist eine Frage des Umgangs mit ihnen.“

Die EU müsse außerdem mit den Taliban sprechen, um zu erreichen, dass afghanische Ortskräfte der EU und ihre Familien den Flughafen von Kabul erreichen könnten. Zur Sicherstellung der Ausreise von Zivilisten aus Afghanistan verhandeln auch die Regierungen Deutschlands und der USA direkt mit den radikalislamischen Taliban.

Vergangene Woche (12. August) hatte Borrell die Taliban noch davor gewarnt, dass ihnen im Fall einer gewaltsamen Machtergreifung eine internationale Isolation drohe und man eine Taliban-Regierung keinesfalls anerkennen werde.

„Sie werden Isolation erleiden und keine internationale Unterstützung bekommen,“ sagte Borrell damals. Allerdings hat sich die Lage in Afghanistan seitdem rapide verschlechtert.

Die Taliban waren am Sonntag nach einem rasanten Eroberungsfeldzug in Kabul einmarschiert und damit knapp 20 Jahre nach dem Einmarsch westlicher Truppen in Afghanistan an die Macht zurückgekehrt. Westliche Staaten wie die USA und Deutschland haben deshalb eine militärische Luftbrücke eingerichtet, um ihre Staatsbürger und Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.

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