Bewegung im Fall Yücel

Solidarität mit dem nunmehr seit einem Jahr inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. [EPA/LISI NIESNER]

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat sich für eine rasche Freilassung des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel ausgesprochen.

„Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird. Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird“, sagte Yildirim in einem Interview mit den ARD-„Tagesthemen“, das gestern Abend gesendet werden sollte. Allerdings entscheide nicht die Regierung, sondern die Justiz über Yücels Fall, sagte der Regierungschef, der morgen in Berlin erwartet wird.

Der deutsch-türkische Journalist sitzt seit genau einem Jahr in Haft. Bis heute gibt es keine Anklageschrift gegen den 44-Jährigen, auch ein Prozessbeginn ist nicht in Sicht. Bei der Bundesregierung stößt dies auf Unverständnis und scharfe Kritik. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Yücel als „Geisel“ der Türkei bezeichnet, und die Regierung hat eine Verbesserung der Beziehungen von der Freilassung des Journalisten abhängig gemacht.

Assad unterstützt Kurden in Afrin

In ihrem Kampf gegen die türkische Offensive in der syrischen Grenzregion Afrin bekommt die kurdische YPG-Miliz stillschweigende Unterstützung von Präsident Assad.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sicherte bereits Anfang Januar vor einem Besuch bei Gabriel zu, sich für die Beschleunigung des Verfahrens einzusetzen. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Die Regierung beharrt seit Anbeginn auf der Unabhängigkeit der Justiz, doch bestehen Zweifel, dass sie tatsächlich frei entscheiden kann, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan Yücel als deutschen Spion und kurdischen Agenten bezeichnet hat.