Bericht: UK war auf den Pandemie-Notfall nicht vorbereitet

Boris Johnsons umstrittener Ex-Berater Dominic Cummings kritisierte, die Reaktion der Regierung auf die Pandemie sei "teils ein Desaster, teils nicht existent" gewesen. [EPA-EFE/NEIL HALL]

Die britische Regierung hat es weitgehend versäumt, sich auf eine Notfallsituation wie die Coronavirus-Pandemie vorzubereiten; es mangelt(e) an „konkreten Notfallplänen zur Bewältigung der sich entfaltenden Situation“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des National Audit Office (NAO).

Während die konservative Regierung für den Erfolg des Impfprogramms mit einem starken Ergebnis bei den Kommunal- und Bürgermeisterwahlen Anfang dieses Monats belohnt wurde, wird der Umgang mit den ersten beiden Wellen des Virus heftig kritisiert.

Mit aktuell mehr als 127.000 Fällen weist das Vereinigte Königreich nach wie vor die höchste Todesrate in Europa auf. In dem Bericht wird die Regierung vom NAO besonders für ihre Kommunikation und für ihre „chaotische Entscheidungsfindung“ bei der Vergabe von Aufträgen für persönliche Schutzausrüstung kritisiert.

Das NAO betont, in Zukunft müssten Daten besser genutzt, die Widerstandsfähigkeit von essenziellen Dienststellen verbessert und ein geeigneterer Ansatz zur Vorbereitung auf Krisen gewählt werden.

Weiter wird vor den langfristigen Auswirkungen des 372 Milliarden Pfund (umgerechnet ca. 431 Milliarden Euro) schweren Kreditprogramms zur Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten auf die Staatsfinanzen gewarnt.

Boris Johnsons umstrittener Ex-Berater Dominic Cummings, der im Dezember nach einem Machtkampf im Büro des Premierministers zurücktrat, stieg Anfang der Woche in die Kritik ein: Per Twitter ließ er wissen, die Reaktion der Regierung auf die Pandemie sei „teils ein Desaster, teils nicht existent“ gewesen.

Bericht: Tschechien war schlecht auf die Pandemie vorbereitet

Der tschechische Oberste Rechnungshof hat am Montag einen Bericht veröffentlicht, in dem dem Gesundheitsministerium zahlreiche Fehler bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie vorgeworfen werden.

Breton: "Mit besseren Informationen von China und der WHO wären wir besser vorbereitet gewesen"

Europa hätte besser auf die COVID-19-Pandemie vorbereitet sein können, wenn China und die Weltgesundheitsorganisation „früher bessere und zuverlässigere Informationen“ bereitgestellt hätten, sagte der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton, gegenüber EURACTIV in einem Interview.

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