Söder fordert beschleunigtes Zulassungsverfahren für Sputnik V

Ministerpräsident Markus Söder beim CSU-Parteitag

Bayerns Markus Söder warnt davor, dass ideologische Bedenken womöglich den Impfvorschritt gefährden könnten .EPA-EFE/LUKAS BARTH-TUTTAS

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in der EU gefordert.

In dem Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) dürfe „nicht aus rein ideologischen Gründen getrödelt werden“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“. Bayern hat eine Kaufoption über 2,5 Millionen Sputnik-V-Dosen.

Laut „Bild am Sonntag“ rechnet die EMA wegen fehlender Daten frühestens im September mit einer Entscheidung über die Zulassung von Sputnik V. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen.

Russland hatte seinen Corona-Impfstoff im Sommer vergangenen Jahres zugelassen – noch bevor die klinischen Studien abgeschlossen waren. Dies hatte mit Blick auf die Wirksamkeit des Vakzins international Skepsis ausgelöst.

Mittlerweile ist das Vakzin in dutzenden Ländern zugelassen.

Laut einer im angesehenen Fachblatt „The Lancet“ veröffentlichten Studie hat Sputnik V eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent gegen Corona-Infektionen mit Symptomen.

In der EU ist Sputnik V noch nicht zugelassen, die EMA hat aber ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Impfstoffs gestartet.

Im EU-Mitgliedstaat Ungarn wird der Vektorviren-Impfstoff bereits eingesetzt. Auch die Einwohner der Slowakei können sich ab Juni mit dem russischen Vakzin impfen lassen.

Im März hatte die Arzneimittelbehörde in der Slowakei berichtet, dass die gelieferten Sputnik V Vakzine nicht dem entsprachen, was man vertraglich vereinbart und erwartet hatte.

Der Vertrag über den Kauf der Vakzine schließt zusätzlich eine Haftung aus, falls der Impfstoff nicht funktioniert wie vereinbart.

Subscribe to our newsletters

Subscribe