Babis und Orban wollen sich in Israel über Impfungen informieren

Der tschechische Premierminister Andrej Babis und sein ungarisches Gegenüber Viktor Orban. [Szilard Koszticsak/EPA]

Die Regierungschefs Tschechiens und Ungarns reisen in dieser Woche nach Israel, um sich über die dortige Corona-Impfkampagne zu informieren.

Wie die Regierung in Prag am Dienstag mitteilte, ist am Donnerstag ein Treffen von Ministerpräsident Andrej Babis und seinem ungarischen Kollegen Viktor Orban mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu geplant.

Russland bietet Finnland Technologie zur Impfstoffherstellung an

Russland hat angeboten, Finnland die Technologie zur Herstellung seines Impfstoffs Sputnik V zu liefern. Mehrere Beobachter befürchten, dass dies ein „strategisches Manöver“ mit politischen und kommerziellen Hintergedanken sein dürfte.

Israel zähle zu den führenden Ländern im Technologiebereich und sein ein „traditioneller Partner“ Tschechiens, erklärte Babis. „Ich denke, es wird ein sehr nützlicher Besuch werden.“ Unter anderem wolle er ein Impfzentrum in Jerusalem besuchen, fügte er hinzu. Dort will Babis zudem eine diplomatische Niederlassung einweihen. Die tschechische Botschaft befindet sich in Tel Aviv.

Orbans Sprecher Bertalan Havasi sagte der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, er rechne mit einer „engeren Zusammenarbeit im Kampf gegen das Coronavirus“ als Ergebnis des Dreier-Gipfels am Donnerstag.

Die israelische Corona-Impfkampagne gilt als eine der erfolgreichsten der Welt. Bereits rund 40 Prozent der Bevölkerung des Landes haben beide der für eine vollständige Immunisierung notwendigen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs erhalten.

Mehrheit in Polen gegen Impfstoffe aus Russland und China

Die große Mehrheit der polnischen Bevölkerung will offenbar nicht, dass die Regierung Impfstoffe aus China oder Russland verwendet, so die Ergebnisse einer am Samstag veröffentlichten Umfrage.

In Tschechien ist die Infektionslage derzeit dagegen dramatisch. In den vergangenen 14 Tagen hatte das Land im weltweiten Vergleich die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Bei der Todesfallrate steht das Land einer auf offiziellen Daten basierenden AFP-Zählung zufolge weltweit auf dem zweiten Rang – zwei Plätze vor Ungarn.

In der vergangenen Woche hatten Israel, Dänemark und Österreich die Gründung einer Impfstoff-Allianz angekündigt, deren Ziel die Kooperation bei der Produktion künftiger Corona-Impfstoffe ist. Babis bekundete bereits sein Interesse am Beitritt Tschechiens zu der Allianz.

Der tschechische Regierungschef war jüngst auch nach Ungarn und Serbien gereist, um sich ein Bild der dortigen Impfkampagnen zu machen. Beide Länder nutzen bereits den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V sowie das Vakzin des chinesischen Unternehmens Sinopharm. Tschechiens Präsident Milos Zeman kündigte derweil an, die beiden Impfstoffe auch in seinem Land einsetzen zu wollen – obwohl die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) bislang kein grünes Licht für ihre Zulassung gegeben hat.

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