Außenministerin Gherman: Annäherung an EU einzige Option für Moldau

Die Außenministerin der Republik Moldau, Natalia Gherman, sieht keine Alternative zur Annäherung an die EU. [????????? ??????????]

Die Republik Moldau ist zerrissen zwischen einer engeren Anbindung an die Europäische Union und der Hinwendung zu Russland. Doch das ärmste Land Europas will seine Annäherung an die EU fortsetzen – trotz des Drucks aus Moskau.

Die Republik Moldau will ihre Annäherung an die Europäische Union trotz des Drucks aus Moskau weiter fortsetzen. „Es ist heute wichtiger denn je, Moldawien eine europäische Perspektive zu bieten“, sagte Außenministerin Natalia Gherman der Nachrichtenagentur AFP.

Das ärmste Land Europas ist ähnlich wie die benachbarte Ukraine zerrissen zwischen einer engeren Anbindung an die Europäische Union und einer Hinwendung zu Russland. Seit Juli 2014 ist die frühere Sowjetrepublik mit der EU durch ein Assoziierungsabkommen verbunden. Moskau verhängte daraufhin ein Einfuhrverbot für zahlreiche Lebensmittel aus dem Land, doch haben laut Gherman die EU-Länder inzwischen Russland als wichtigsten Handelspartner abgelöst. Etwa 30 Prozent der Ausfuhren werden demnach in die europäischen Nachbarländer geliefert.

Bei der Parlamentswahl im Dezember errang das regierende EU-freundliche Lager einen knappen Sieg. „Die europäische Integration ist der beste Weg zu einer Wiedervereinigung des Landes, denn die Vorteile werden für alle spürbar sein“, betonte Gherman mit Blick auf die abtrünnige Region Transnistrien. Der aktuelle Konflikt in der Ostukraine weckte in Moldau Erinnerungen an die eigene Geschichte: 1990 spaltete sich das an der Grenze zur Ukraine gelegene Transnistrien im Zuge der Auflösung der Sowjetunion ab. Seit mehr als 20 Jahren sind dort russische Truppen stationiert. Moskau unterstützt den schmalen Landstreifen mit seiner mehrheitlich russischsprachigen Bevölkerung auch wirtschaftlich und politisch.

Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove warnte im Februar vor einer russischen Aggression in Moldau. Beim Gipfeltreffen der Östlichen Partnerschaft der EU im Juni hofft die moldauische Außenministerin auf ein klares Signal aus Brüssel, dass Chisinau die Türen zur EU offenstehen. Medienberichten zufolge könnte das Land im Mai einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte im November jedoch erklärt, die Frage eines EU-Beitritts Moldaus stelle sich „zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht“.