Auch militärisch deutet sich in Korea Entspannung an

Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon und der nordkoreanische Regierungsvertreter Ri Son Gwon. [EPA-EFE/KOREA POOL]

Weitere Signale der Entspannung aus Korea: Beim ersten Treffen von Regierungsvertretern aus Nord- und Südkorea seit mehr als zwei Jahren haben sich die verfeindeten Nachbarstaaten auf Schritte zur militärischen Deeskalation verständigt. Die Vertreter aus Pjöngjang und Seoul vereinbarten „Militärgespräche zum Abbau der militärischen Spannungen“ auf der koreanischen Halbinsel.

Die Unterredung der ranghohen Regierungsvertreter fand in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone zwischen den seit sieben Jahrzehnten verfeindeten Ländern statt. Im Mittelpunkt stand eigentlich die Frage, ob Nordkorea im Februar an den Olympischen Spielen teilnimmt. So wird es nun offenbar kommen.

Südkoreas fünfköpfige Delegation wurde von Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon angeführt. Die Delegation aus Pjöngjang leitete dessen Beauftragter für die interkoreanischen Angelegenheiten, Ri Son Gwon. Mit einem Händedruck demonstrierten die Delegationsleiter schon zu Beginn ihre Bereitschaft zur Annäherung. Ri sagte: „Lassen Sie uns den Menschen ein kostbares Neujahrsgeschenk machen.“

Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Nordkorea

US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen direkten Kontakt mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gezeigt.

Tatsächlich dürften die Gespräche nach einem äußerst angespannten Jahr – man denke nur an die Raketentests und die immer aggressivere Rhetorik zwischen Nordkorea und den USA, aber auch deren Schützling Südkorea – die Hoffnung auf eine Deeskalation des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel wecken: Nord- und Südkorea kündigten an, sie wollten die „aktuellen militärischen Spannungen entschärfen“. Sie vereinbarten auch die Wiedereinrichtung einer direkten militärischen Telefonverbindung.

Die südkoreanische Seite hat zudem vorgeschlagen, im Rahmen der Olympischen Spiele Familientreffen zu ermöglichen. Die Trennung von Familien als Folge des Koreakrieges von 1950 bis 1953 ist eines der emotionalsten Themen zwischen den beiden Staaten. Etwa 60.000 zunehmend ältere Südkoreaner hoffen nach wie vor, ihre Verwandten aus dem Norden wiederzusehen. Der Krieg endete nicht mit einem Friedensvertrag, sondern mit einem Waffenstillstand. Formell befinden sich beide Staaten daher weiterhin im Kriegszustand.

Die Annäherung beider Staaten geht auf die Initiative von Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un zurück. In seiner Neujahrsansprache erwog er eine Entsendung von Athleten zu den Olympischen Winterspielen. Seoul antwortete mit einem Gesprächsangebot. Daraufhin wurde ein offizieller Dialog initiiert.

Subscribe to our newsletters

Subscribe