Albanische Massenemigration kommt nicht weiter als EU-Grenze

Zu den Gründen für die Abwanderung gehören in der Regel bessere wirtschaftliche Möglichkeiten, Bildung, Gesundheitsversorgung und ein höherer Lebensstandard. [Exit.al]

Rund 18.600 albanischen Staatsbürger:innen wurde 2021 die Einreise in die EU verweigert. Das ist nach der Ukraine die am häufigsten abgelehnte Nationalität.

Albanien genießt visumfreien Zugang zur Europäischen Union, aber aufgrund der hohen Zahl von Asylbewerbern werden viele von ihnen an der Grenze aufgehalten.

Den Daten von EUROSTAT – dem europäischen Statistikamt – zufolge entfielen die meisten Ablehnungen auf ukrainische Staatsangehörige (50.200), gefolgt von Albanien. Moldawien lag mit 9.100 Ablehnungen an dritter Stelle.

Ungarn wies mit 34.700 die meisten Menschen zurück, gefolgt von Polen, Kroatien und Rumänien. Seit Ausbruch des Krieges haben Polen und Ungarn allerdings zusammen Millionen ukrainischer Flüchtlinge aufgenommen.

Diese von EUROSTAT erhobenen Daten stammen aus der Zeit vor der militärischen Eskalation und der russischen Invasion in der Ukraine.

Mit 22.000 Anträgen im Jahr 2021 gehörten Albaner:innen auch zu denjenigen, die am häufigsten dazu angehalten wurden, einen EU-Mitgliedsstaat aufgrund ihres illegalen Aufenthalts zu verlassen, hinter Algerien mit 26.400 und Marokko mit 21.800 Anträgen.

Albanien hat seit Jahren mit einer Massenauswanderung zu kämpfen. Viele Bürger:innen beantragen Asyl im Ausland, von denen mehrere hundert bewilligt werden. INSTAT, das statistische Amt des Landes, hat festgestellt, dass zwischen 2011 und 2022 insgesamt 7,5 Prozent der Bevölkerung das Land verlassen haben, was 213.748 Menschen entspricht.

Diese Berechnung berechnet sich aus der Differenz zwischen denjenigen, die das Land verlassen, und denjenigen, die zurückkehren, und spiegelt den tatsächlichen Bevölkerungsverlust für das Land wider. Die Zahlen sind besonders besorgniserregend und zeigen keine Anzeichen für eine Stabilisierung.

Dies ist umso alarmierender, da frühere Modelle einen solchen Rückgang in den drei Jahrzehnten nach dem Sturz des autoritären kommunistischen Regimes 1992 vorausgesagt hatten.

In Wirklichkeit wandern mehr Menschen aus als je zuvor und die Zahlen könnten sogar noch höher sein, da Albanien kein Bevölkerungsregister hat. Stattdessen verwendet INSTAT Ersatzdaten aus verschiedenen Erhebungen und Hochrechnungen.

Zu den Gründen für die Auswanderung gehören in der Regel bessere wirtschaftliche Möglichkeiten, Bildung, Gesundheitsversorgung und ein höherer Lebensstandard.

[Bearbeitet von Oliver Noyan]

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