Albaniens Regierungschef schlägt gemeinsamen Präsidenten mit Kosovo vor

Albaniens Premierminister Edi Rama [EPA-EFE/Pawel Supernak]

Der albanische Regierungschef Edi Rama hat einen gemeinsamen Präsidenten für Albanien und das Kosovo vorgeschlagen.

Die beiden Staaten teilten sich bereits diplomatische Vertretungen weltweit – „warum dann nicht auch einen gemeinsamen Präsidenten?“, sagte Rama am Sonntag in einer Rede vor dem Parlament in Pristina anlässlich des zehnten Jahrestags der Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien. Dies könne ein „Symbol der nationalen Einheit“ sein, fügte Rama hinzu.

Die Äußerungen dürften in Belgrad für Ärger sorgen. Serbien warf der Regierung in Tirana bereits wiederholt vor, ein „Groß-Albanien“ schaffen zu wollen. Die albanische Regierung weist dies zurück.

Rama sagte am Sonntag, er sehe eine Zukunft vor sich, in der „Albaner und Serben koexistieren werden … wie zwei Staaten mit guten nachbarschaftlichen Bezehungen, die ein integraler Bestandteil der Europäischen Union sind.“ Das Kosovo hatte am Samstag den zehnten Unabhängigkeitstag gefeiert.

Edi Rama: Albanien erwartet 2018 Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen

Albanien hat einen Großteil seiner Hausaufgaben gemacht und erwartet dieses Jahr eine „eindeutige Empfehlung“ für die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen.

Das mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Kosovo war nach dem Kosovokrieg mit 13.000 Toten und dem Ende der Nato-Luftangriffe im Jahr 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. Am 17. Februar 2008 erklärte sich die frühere serbische Provinz einseitig für unabhängig. Mehr als 110 Länder weltweit, darunter die meisten EU-Staaten, erkannten die Unabhängigkeit an. Die Regierung in Belgrad betrachtet das Kosovo dagegen weiter als abtrünnige Provinz.

2011 waren unter EU-Vermittlung Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo begonnen worden. Sie kamen in den vergangenen zwei Jahren aber nicht mehr voran. Serbiens Außenminister Ivica Dacic sagte am Samstag, Belgrad sei „noch weit davon entfernt“, das Kosovo anzuerkennen. Ohne ein Abkommen mit dem Kosovo könne „diese Frage nicht gelöst werden“.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.