Albanien verdoppelt russische Weizenimporte seit Ukraine-Krieg

Seit März hat Albanien etwa 10.000 Tonnen Weizen aus Russland importiert, im Vergleich zu 5000 Tonnen im März 2021, was einer Steigerung von 100 Prozent entspricht. [Shutterstock, Ievgenii Meyer]

Die Einfuhren von Getreide aus Russland in Albanien haben sich verdoppelt, seit Russland am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert ist, wie Daten der Statistik-Agentur INSTAT zeigen.

Nach der russischen Invasion, auf die Berichte über weit verbreitete Gräueltaten und Kriegsverbrechen folgten, hat die EU vier Sanktionspakete gegen das Land verhängt und erwägt ein fünftes. Diese Sanktionen umfassen Einschränkungen für Einzelpersonen und Unternehmen, ein Flugverbot für russische Maschinen und ein Embargo auf russische Kohle.

Seit März hat Albanien jedoch etwa 10.000 Tonnen Weizen aus Russland importiert, im Vergleich zu 5.000 Tonnen im März 2021, was einer Steigerung von 100 Prozent entspricht.

Im ersten Quartal 2022 hat Albanien mehr als 20.000 Tonnen aus Russland importiert, was einem Rückgang von 21 Prozent gegenüber 2021 entspricht, da die Lieferungen vor dem Krieg im Januar und Februar zurückgegangen waren. Allerdings hat sich dies im März mehr als ausgeglichen.

Auch der Preis der Erzeugnisse ist deutlich gestiegen, da sich die Kosten für Weizen aus Russland erhöht haben. Ein Kilogramm russischer Weizen, das im März 2021 gekauft wurde, kostete 31 ALL (26 Cent), während es heute 65 ALL (54 Cent) kostet.

Albanien hat nicht nur den Verbrauch an russischem Getreide erhöht, sondern damit auch die Geldströme in die russischen Staatskassen gesteigert.

Zu Beginn des Krieges wurde befürchtet, dass es im Land zu einer Weizen-Knappheit kommen könnte. Vertreter der Industrie erklärten, dass sie die benötigten Erzeugnisse außerhalb Russlands und zum Teil auch außerhalb der Ukraine beschaffen würden.

Im ganzen Land kam es zu Protesten, in deren Folge Dutzende von Demonstrant:innen festgenommen und inhaftiert wurden. Unternehmen, wie zum Beispiel Bäckereien, berichteten, dass sie schließen mussten, weil sie mit den Basisprodukten aus Weizen keinen Gewinn mehr machen konnten.

Vor dem Krieg deckten Russland und die Ukraine rund 50 Prozent des gesamten Weizenbedarfs in Albanien. Da die staatlichen Reserven zur Neige gingen, wurde befürchtet, dass es durch den Krieg zu einer Unterbrechung der Versorgungskette kommen könnte.

Großhändler und Branchenvertreter sagten, sie würden sich anderweitig umsehen, um die Defizite auszugleichen, warnten aber vor steigenden Preisen. Zu den damals benannten Ländern gehörten Italien, Rumänien, Frankreich und Argentinien, da die Importeure befürchteten, dass die Sanktionen und Produktionsstörungen dazu führen würden, dass weniger russischer Weizen zur Verfügung stünde.

Premierminister Edi Rama gab dann am 14. März bekannt, dass er im Rahmen der Open Balkan Initiative eine Vereinbarung mit Serbien getroffen hätte, die den Export von Getreide in das Land vorsieht.

„Ich bin froh, dass wir die Weizen- und Getreideverträge mit Serbien freigegeben haben. Soweit wir wissen, handelt es sich dabei um den Offenen Balkan“, sagte er, ohne weitere Einzelheiten über die Menge, den Zeitpunkt und deren Kosten bekannt zu geben.

Albanien hat zwar Sanktionen gegen Russland verhängt, diese betreffen jedoch nicht die Einfuhr von Getreide, wie das Außenministerium klarstellte.

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