Äthiopien und Eritrea unterzeichnen Friedensabkommen

Der Preminister von Äthiopien, Abiy Ahmed, unterzeichnet den Friedensvertrag im arabischen Dschiddah. [Foto: Saudi Press Agency]

Gestern haben die Nachbarstaaten Eritrea und Äthiopien haben ein Friedensabkommen unterzeichnet. Seit Jahrzehnten hatten die beiden Länder einen Grenzstreit geführt, bei dem Zehntausende Meschen getötet worden sind.

Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed und der eritreische Präsident Isaias Afewerki kamen zur Unterzeichnung am Sonntag im saudiarabischen Dschiddah zusammen – zu der Zeremonie hatte Saudi-Arabiens König Salman eingeladen. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres nahm an der Zeremonie teil.

Über den Inhalt des Abkommens wurde zunächst nichts bekannt. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, das „heute in Dschiddah unterzeichnete Friedensabkommen“ sei ein „historisches Ereignis, das zur Verbesserung der Sicherheit und Stabilität in der Region beitragen“ werde.

Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Wegen eines Grenzkonflikts lieferten sich die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 einen erneuten Krieg, in dessen Verlauf rund 80.000 Menschen starben.

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Der seit April amtierende äthiopische Ministerpräsident Abiy leitete schließlich die Aussöhnung ein. Bei einem Besuch Afewerkis in Äthiopien im Juli erklärten beide Seiten ihre Absicht, Frieden zu schließen. Sie eröffneten Botschaften im jeweils anderen Land und richteten wieder eine direkte Flugverbindung und eine Telefonverbindung ein. Am Dienstag wurden zudem zwei Grenzübergänge geöffnet.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten das Friedensabkommen mit ausgehandelt. Die beiden Verbündeten pflegen enge Beziehungen zu Äthiopien und haben zuletzt auch ihre Beziehungen zu Eritrea vertieft. Die Emirate sollen in Eritrea einen Militärstützpunkt gebaut haben, den sie für ihren Einsatz im Bürgerkriegsland Jemen nutzen.

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