Vor „Botschafteraustausch“ Serbien – Kosovo

Lulzim Pe?i (li.) vertritt Kosovo in Serbien, Dejan Pavi?evi? (re.) vertritt Serbien in Kosovo. Fotos: Außenministerien

Serbien und Kosovo bereiten eine Art Botschafteraustausch vor. Die Premierminister aus Belgrad und Prishtina besprechen kommenden Dienstag (19. Februar) in Brüssel, wann die Repräsentanten ihre Posten antreten. EURACTIV.de erfuhr auch die Namen der beiden Vertreter.

Am 19. Februar treffen die Regierungschefs von Serbien, Ivica Da?i?, und Kosovo, Hashim Tha?i, zu ihrem nächsten Gespräch über die künftigen Beziehungen beider Länder zusammen. Es findet in Brüssel unter Schirmherrschaft und im Beisein der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton statt. 

Unter anderem reden die beiden Politiker über die konkrete Ausgestaltung der Verbindungsbüros in den beiden Hauptstädten. Ein entsprechendes Abkommen über die Eröffnung der Verbindungsbüros ist bereits unterzeichnet. Nun geht es um den Start des Diplomatenaustausches, der eine Vorläuferfunktion für einen Botschafteraustausch bedeutet.

Der designierte Vertreter Kosovos in Belgrad ist Botschafter Lulzim Pe?i. Der 46-jährige Diplomat ist zur Zeit Botschafter Kosovos in Stockholm, wo er sowohl für Schweden als auch für Norwegen akkreditiert ist. Seinen neuen Posten in Belgrad wird er voraussichtlich schon im März antreten. Provisorisch befindet sich das Büro der Mission anfangs unter dem Dach der EU-Delegation in der serbischen Hauptstadt.

Der designierte Vertreter Serbiens in Prishtina ist der 33-jährige Jurist Dejan Pavi?evi?. Er war bisher in den Dialogprozess der beiden Länder an leitender Stelle eingebunden. Auch Pavicevic wird in Prishtina sein Büro in den Räumlichkeiten der EU-Vertretung haben.

Diplomatischer Status soll nächste Woche geklärt werden


Strittig ist noch der Status der beiden Ländervertreter. Kosovo geht davon aus, dass die Repräsentanten Diplomatenstatus genießen. Serbien sieht seinen Vertreter eher als Kontaktoffizier. Pavi?evi? selbst ließ vorerst wissen, dass sein Status in Prishtina keinen diplomatischen Rang haben werde.

Der genaue Status soll jedoch beim Treffen der beiden Regierungschefs in Brüssel am Dienstag geklärt werden. Kosovos Ziel ist jedenfalls, dass es von Serbien formal anerkannt wird und sich die Beziehungen normalisieren. Dafür sei freilich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen Voraussetzung.

Kosovo unterhält derzeit 21 Botschaften weltweit sowie 17 Konsulate. Im vergangenen Jahr wurden drei diplomatische Missionen eröffnet. Im laufenden Jahr will Kosovo weitere drei eröffnen.

EURACTIV.de-Interviews am Montag


EURACTIV.de bringt am Montag (18. Februar) – einen Tag vor dem Treffen von
Da?i? und Tha?i Exklusivinterviews mit Ministern beider Länder: mit dem serbischen Justizminister Nikola Selakovi? und dem kosovarischen Außenminister Enver Hoxhaj.

 

Ewald König

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