Der amtierende Filip Vujanovic ist aus den ersten Präsidentschaftswahlen in Montenegro seit dessen Unabhängigkeitserklärung von Serbien im Mai 2006 als Sieger hervorgegangen. Das Ergebnis wird als Unterstützung von Vujanovics Politik zur weiteren EU-Integration verstanden.
Vujanovic gewann laut der AP 51,4% der Stimmen, und lag somit vor seinem pro-serbischen Konkurrenten Andrija Mandic, der 20,4% der Stimmen für sich entschied. Der liberale Kandidat Nebojsa Medojevic erhielt 15,7%.
Montenegros Beziehung zu Serbien, insbesondere aufgrund der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo von Belgrad, waren die wichtigsten Themen des Wahlkampfs.
Anders als für seine Gegner ist für Vujanovic, der im Jahr 2003 Präsident wurde, eine weitere EU-Integration wichtiger als die Beziehungen zu Serbien. Er lehnt die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo jedoch ab – aus Befürchtungen heraus, die Beziehungen zu Belgrad könnten sich verschlechtern.
Im vergangenen Herbst unterzeichnete Montenegro ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU. Dies wird als wichtiger Schritt in Richtung vollständige EU-Mitgliedschaft verstanden (EURACTIV vom 16. Oktober 2007). Es wird erwartet, dass das Land sein Gesuch für eine volle Mitgliedschaft bald vorlegt.
Die österreichische Außenministerin Ursula Plassnick sagte der österreichischen Tageszeitung Der Standard am Wochenende, dass sie davon ausgehe, dass jeder Balkanstaat bis 2018 ein EU-Mitgliedstaat sein werde.
Seit Montenegros Loslösung von Serbien boomt die Wirtschaft des Landes: Es verzeichnet einen jährlichen Wirtschaftswachstum von acht Prozent und ausländische Direktinvestitionen belaufen sich seit 2006 auf 1,6 Milliarde US-Dollar. Montenegro wurde somit zu einem Hot Spot für Investitionen in Europa.

