Die EU und Montenegro haben ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) unterzeichnet, was die Hoffnungen des ehemaligen jugoslawischen Staates stärkt, ein vollständiges EU-Mitglied zu werden.
Das SAA und das so genannte Interimsabkommen wurden am 15. Oktober 2007 bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg unterzeichnet.
Obwohl das SAA ein eindeutiges Signal ist, wird es noch Jahre dauern, bis Montenegro der EU beitreten kann, da es sich noch nicht offiziell um eine volle Mitgliedschaft beworben hat.
In einer Stellungnahme begrüßten die Minister die Unterzeichnung: Sie sei ein wichtiger Schritt für das Land auf seinem Weg in die EU. Weiterhin ermutigten sie die kleine Republik an der Adria, die im Juni 2006 von Serbien unabhängig wurde, mit Reformen fortzufahren, und eine Verfassung anzunehmen, die internationalen Standards entspreche.
Die Minister hoben besonders die Bedeutung eines Fortschritts im rechststaatlichen Bereich hervor, einschließlich dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen und gegen Korruption sowie den Aufbau einer unabhängigen und verantwortungsbewussten Justiz.
Eine letzte Hürde wurde aus dem Weg geräumt, nachdem die Minister sich darauf geeinigt hatten, Bulgariens Forderungen, die kyrillische Schreibweise des Wortes Euro – „Evro“ – in den Text des Abkommens aufzunehmen, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Montenegro hatte sich 2002 einstimmig entschieden den Euro einzuführen; seit 1999 war die D-Mark offizielle Währung.
Montenegro erlangte Eigenständigkeit, nachdem im Mai 2006 ein Referendum abgehalten worden war. Die Separatisten gewannen mit einer hauchdünnen Mehrheit: 55,5% stimmten für die Abspaltung von Serbien, während 45,5% Teil der ehemaligen Jugoslawischen Republik bleiben wollten (EURACTIV vom 23. Mai 2006).
Im September 2006 hat die Mitte-Links-Koalition von Premierminister Milo Djukanovic ohne Probleme die Parlamentswahlen in Montenegro gewonnen, nachdem er das Land in die Unabhängigkeit von Serbien geführt hatte. Er ist seit über 15 Jahren im Amt (EURACTIV vom 11. September 2006).

