Libertas „Gründungsmitglied” leugnet Beteiligung [DE]

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Mincho Hristov, ein bulgarischer Abgeordneter, der in einem Antrag der Anti-Lissabon Interessensgruppe Libertas auf den Status als europaweite Partei,als Mitglied aufgeführt war, leugnete in einem Telefoninterview mit EURACTIV gestern (4. Februar 2009) seine Unterstützung.

Nachdem schon das estnische “Gründungsmitglied” von Libertas, Igor Grazin, kürzlich die Mitgliedschaft in die Interessensgruppe von Gegnern des Vertrags von Lissabon, abstritt (EURACTIV vom 3. Februar 2009), hat nun auch sein bulgarischer „Kollege“, der Abgeordnete Mincho Hristov, geleugnet jemals Kontakt mit dem politischen Projekt gehabt zu haben, welches sich gerade um den Status als Europapartei bewirbt.

Mincho Hristov Kuminev, der von sich selbst sagt, dass er gegen das Establishment sei, wurde 2005 als Abgeordneter der nationalistischen Partei Ataka ins Parlament gewählt. Seine Partei verließ er jedoch kurz darauf, ist nun unabhängiger Abgeordneter und aktiv an der Aufdeckung von Korruption beteiligt. In der Liste von Libertas war er als „Mincho Kuminev“ geführt, in seinem Land wird er allerdings Mincho Hristov genannt.

Hristov bestritt vehement seine Einwilligung gegeben zu haben, ein Libertas Mitglied zu werden.

„Ich sage das jetzt mal sehr direkt. Ich traue meinen Augen kaum was für einen Müll ich in der Presse lese. Niemals und unter keinen Umständen habe ich versucht ein Mitglied dieser Partei zu werden“ sagte Hristov im Interview mit EURACTIV.

Weiter erläuterte er, dass seine einzige Verbindung zu Libertas der dänische Abgeordnete des Europaparlaments Jens-Peter Bonde sei, der Vorsitzender der Fraktion für das Europa der Demokratien und der Unterschiede war.

Allerdings fügte er hinzu, dass der Kontakt zu Bonde in einem völlig anderen Kontext stattgefunden habe, nämlich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Sofia, die von bulgarischen NROs organisiert worden war und in der es um einen Korruptionsfall beim Kauf von bulgarischen Wäldern ging.

Auf die Frage, ob er einem Treffen mit prominenten Euroskeptikern aus der ganzen EU beigewohnt habe, das am 12. November in Dublin stattfand, bei dem auch der europakritische tschechische Präsident Václav Klaus anwesend war und bei dem anscheinend auch Libertas entstanden ist (EURACTIV vom 12. November 2008), antwortete Hristov, er habe dort „niemals einen Fuß hingesetzt“.

Der bulgarische Abgeordnete plant Nachforschungen anzustellen, um herauszufinden, ob jemand seine Unterschrift in dem Libertas-Antrag an das Europäische Parlament möglicherweise gefälscht hat.

Um das komplette Interview zu lesen, klicken sie bitte hier.

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