Krankenschwestern verlassen Libyen in französischem Regierungsflugzeug [DE]

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Das medizinische Personal, das seit 1999 in Libyen festgehalten worden war, weil ihm vorgeworfen wurde, Kinder vorsätzlich mit Aids infiziert zu haben, wurde am 24. Juli 2007 nach Sofia ausgeflogen. Damit  ist sein Martyrium beendet. Die persönliche Rolle, welche die französische First Lady Cecilia Sarkozy bei der Freilassung spielte, bleibt jedoch umstritten.

Ein französisches Regierungsflugzeug mit den fünf bulgarischen Krankenschwestern und dem palästinensischen Arzt ist am 24. Juli 2007 in den frühen Morgenstunden in Tripolis gestartet. Es brachte die Gruppe nach acht Jahren in Gefangenschaft sicher zurück in ihre bulgarische Heimat. 

Die französische First Lady Cécilia Sarkozy und die Kommissarin für Außenbeziehungen Benita Ferrero-Waldner kamen am 22. Juli 2007 in Tripolis an, um mehrere Gesprächen hinter verschlossenen Türen zu führen. Ziel war es, die Rückführung des medizinischen Personals sicherzustellen. Sie wurden von Claude Guéant begleitet, einem Berater des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

In einer Erklärung sagten der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, und Nicolas Sarkozy, sie begrüßten die menschliche Geste Libyens und dessen Präsidenten Moammar Gadhafi. Sie fügten hinzu, dass sie alles tun würden, um den mit Aids infizierten Kindern in Libyen zu helfen.

Barroso und Sarkozy haben weiterhin ihre ‚tiefen Dank’ gegenüber dem Emir und dem katarischen Staat bekundet, deren Vermittlung zu dieser glücklichen Lösung beigetragen habe.

Sarkozys persönliche Beteiligung an der Freilassung des medizinischen Personals hat für Spannungen mit Brüssel gesorgt, das seit 2004 Verhandlungen mit Libyen geführt hatte. Beamte der Kommission wurden nicht informiert, als Sarkozys Frau am 12. Juli 2007 zum ersten Mal nach Tripoli gefahren war, um ihre Hilfe bei den Verhandlungen anzubieten.

Während des zweiten und entscheidenden Besuchs Cécilia Sarkozys zehn Tage später begleitete sie Benita Ferrero-Waldner. Cécilia Sarkozy sagte, Brüssel und Paris hätten ihre Differenzen beseitigt und die Zusammenarbeit verstärkt.

Diese Lösung wäre unmöglich gewesen, ohne die Bemühungen und die Entschlossenheit der Europäischen Kommission insbesondere der Verantwortlichen der Kommission für Außenbeziehungen, Frau Benita Ferrero-Waldner, während des gesamten Prozesses, sagte die Kommission in einer Stellungnahme, die auch das persönliche Engagement von Cécilia Sarkozy lobte.

Libyen habe die vollständige Normalisierung der Beziehungen mit der EU im Austausch für die Befreiung der Krankenschwestern gefordert, berichtete Reuters am Montag (23. Juli 2007) mit Bezug auf eine offizielle Quelle in Libyen. Der französische Präsident, der sich für Gespräche über eine „Mittelmeer-Union“ eingesetzt hatte, plant vermutlich einen offiziellen Besuch in Libyen am kommenden Mittwoch.

Den fünf bulgarischen Krankenschwestern und dem palästinensischen Arzt war vorgeworfen worden, vorsätzlich Kinder in Libyen mit HIV/Aids infiziert zu haben. Sie wurden seit 1999 für die Verhandlung festgehalten. Das medizinische Personal wies alle Vorwürfe zurück; die Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden.

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