Kompromiss im Namensstreit: Druck auf Mazedonien steigt [DE]

Der Druck der westlichen Staaten auf Mazedonien und Griechenland, zu einem Kompromiss in ihrem seit 17 Jahren anhaltenden Namensstreit zu kommen, steigt. Wegen des Streits war der kleinen Nation bereits der NATO-Beitritt verwehrt und ein Voranschreiten auf dem Weg Richtung EU-Mitgliedschaft erschwert worden.

Ein Vorschlag des UN-Vermittlers Matthew Nimetz, die kleine Republik „Republik Nord-Mazedonien“ zu nennen, fiel zeitlich mit einem Besuch des US-Verteidigungsministers Robert Gate in der mazedonischen Stadt Ohrid zusammen, bei dem er das Land drängte, seinen Disput mit Griechenland aufzulösen, wenn es der NATO beitreten wolle.

Nimetz soll Presseberichten zufolge gesagt haben, eine Antwort bis zum 24. Oktober 2008 zu erwarten.

Die griechische Presse berichtete, dass der Kern des Kompromisses, den der US-Diplomat Nimetz vorgelegt hat, die Verwendung des Namens „Republik Nord-Mazedonien“ im internationalen Kontext vorsehe, während der konstitutionelle Name „Mazedonien“ intern und in bilateralen Beziehungen mit Ländern, die diesen konstitutionellen Namen anerkennen, genutzt werden könne.

Griechenland hatte einem solchen Kompromiss zuvor bereits zugestimmt, Mazedonien, hingegen nicht. Das Land scheint nun allerdings flexibler geworden zu sein.

Offiziell hatten beide Seiten Kommentare zu Nimetz’ Vorschlag abgelehnt. Allerdings werten die meisten Beobachter das Schweigen als positives Zeichen.

Unterdessen haben Mazedonien und eine weitere ex-jugoslawische Republik, Montenegro, am Dienstag (9. Oktober 2008) die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt und damit den Ärger Serbiens hervorgerufen. 50 Länder haben damit bisher den Kosovo anerkannt, seit sich die frühere serbische Provinz im Februar für unabhängig erklärt hatte.

Mazedonien und Montenegro wurden bereits seit mehreren Monaten von den USA dazu gedrängt, den Kosovo anzuerkennen. Unterdessen hatte Serbien seine beiden Nachbar gewarnt, dass es einen solchen Schritt als „Stoß in den Rücken“ sehen würde. Diplomaten meinen, dass die Feindseligkeiten sowohl von griechischer als auch von serbischer Seite eine zu große Herausforderung für den kleinen Binnenstaat Mazedonien seien.

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