Die europäische Währungsunion dürfte in naher Zukunft keine neuen Mitglieder bekommen. Derzeit erfüllt kein einziger der potenziell acht Beitrittskandidaten alle ökonomischen und rechtlichen Bedingungen für die Euro-Einführung, wie aus dem Konvergenzbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte am Mittwoch ihren aktuellen Konvergenzbericht. In diesem werden die Fortschritte von acht Mitgliedsstaaten der EU bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen im Hinblick auf die Verwirklichung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) bewertet. Demnach erfüllt derzeit kein einziger der potenziell acht Beitrittskandidaten alle ökonomischen und rechtlichen Bedingungen für die Euro-Einführung.
Am weitesten fortgeschritten sind der EZB-Analyse zufolge Lettland und Litauen. Die beiden baltischen Staaten nehmen seit Jahren am so genannten Wechselkursmechanismus II teil. Dies ist neben einer niedrigen Teuerungsrate, nachhaltigen Staatsfinanzen und der Unabhängigkeit der jeweiligen Notenbank von der Regierung eine Voraussetzung für die Aufnahme in die Euro-Zone.
Die anderen sechs Länder, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden nehmen bislang nicht am WKM II teil und erfüllen zudem ein oder mehrere Anforderungen der EZB für eine Mitgliedschaft nicht. Zehn der 27 EU-Staaten haben den Euro bislang nicht eingeführt, zwei – Großbritannien und Dänemark – wollen dies auch auf absehbare Zeit nicht tun. Sie werden in dem Bericht der EZB, den sie alle zwei Jahre erstellt, entsprechend nicht untersucht. 17 EU-Länder haben den Euro eingeführt – zuletzt Estland Anfang 2011.
EURACTIV/rtr/dto
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EZB: PRESSEMITTEILUNG – Veröffentlichung des EZB-Konvergenzberichts 2012 (30. Mai 2012)

