Ex-Rebellenführer zum neuen Premier des Kosovo nominiert [DE]

Der nominierte Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten des Kosovo ist ein ehemaliger Rebellenführer. Serbien betrachtet dies als eine Provokation.

Nach Beginn der UN-geführten Verhandlungen über den zukünftigen Status von Kosovo und dem Rücktritt von Premier Bajram Kosumi am 1. März soll nun Agim Ceku, ehemaliger Guerilla-Kommandeur, die Regierungsführung übernehmen. Als Anführer der mittlerweile aufgelösten Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) arbeitete Ceku während des Kriegs gegen die Serben Anfang der 90er Jahre eng mit der kroatischen Armee zusammen. Serbien beschuldigt Ceku, Kriegsverbrechen an Zivilisten begangen zu haben. Im Jahr 2002 erließ Serbien denn auch einen Interpol-Haftbefehl gegen Ceku.

Das Parlament der Provinz wird voraussichtlich in den nächsten Tagen zusammenkommen, um die neue Koalitionsregierung zu billigen. Kosumi war zurückgetreten, damit „die politische Stabilität der Kosovo-Institutionen“ aufrechterhalten werden könnte und weil er die Mehrheit im Parlament verloren hatte.

Die Reaktion serbischer Regierungsvertreter auf die Nominierung von Ceku ließ nicht lange auf sich warten: „Dies zeigt, dass sich die ethnischen Albaner von einer möglichen Kompromisslösung abgewandt haben, um eine radikale Position bei den Kosovo-Verhandlungen [einzunehmen]“, sagte Goran Bogdanovic, Mitglied der serbischen UN-Delegation, gegenüber Radio B-92. 

Die derzeitigen Verhandlungen sollen endlich Klarheit über den Status der Provinz, die seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet wird, schaffen. Die albanischstämmige Mehrheit des Kosovo will die vollständige Unabhängigkeit erlangen. Hiergegen wehrt sich Serbien jedoch. Die nächste Verhandlungsrunde wird am 17. März in Wien stattfinden.

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