EURACTIV Türkei beging am 21. Oktober 2008 in Istanbul im Beisein von Regierungsvertretern und berühmten Persönlichkeiten aus der Wirtschafts- und Medienwelt seinen ersten Geburtstag. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise und einer ungewissen Zukunft für einen möglichen EU-Beitritt der Türkei statt.
Zeynep Gögü?, Chefredakteur von EURACTIV Türkei, sprach über die Ambitionen des Portals und sagte, Ziel sei die Weiterentwicklung zu einem vertrauenswürdigen Informationsnetwerk und zu einer Diskussionsplattform, um einen Betrag zur Debatte um die EU-Mitgliedschaftsbestrebungen der Türkei leisten zu können.
Das Portal wurde am 17. Oktober 2007 eröffnet und wird von Medya Europa, einem Unternehmen mit Sitz in Istanbul, betrieben. Dabei arbeitet es in strategischen Partnerschaften mit zwei der größten türkischen Zeitungen – Hürriyet and Referans Gazetasi – zusammen.
Eyüp Can Saglik, Chefredakteur von Referans, erklärte, er fühle sich geehrt, einer breiten türkischen Leserschaft kostenlos Fachartikel über EU-Angelegenheiten bereitstellen zu können.
Christophe Leclercq, Gründer und Herausgeber von EURACTIV.com, bemerkte, dass der “Erweiterungsprozess” des Portals zur EU-Politik weitgehend dem der Europäischen Union selbst gefolgt sei.
Neben der türkischen Version und der Hauptseite, die in englischer, französischer und deutscher Sprache verfügbar ist, werden durch das EURACTIV-Netzwerk auch Bulgarien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei abgedeckt und noch weitere sollen folgen.
Leclercq meinte, es sei kein Zufall, dass die Türkei sich unter den 20 Ländern befinde, die am 15. November 2008 am Gipfeltreffen in Washington teilnehmen. Dort sollen die weltweite Wirtschaftskrise angegangen und die weltweite Finanzarchitektur überarbeitet werden. Er fügte hinzu, die Türkei habe infolge ihrer jüngeren Geschichte wertvolle Erfahrung im Umgang mit Krisen gesammelt, die sie mit der EU im Geiste verstärkter Zusammenarbeit teilen könne.
Die Gruppe der G20 umfasst Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Australien, Argentinien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea und die Türkei.
Gürman Tevfik, Geschäftsführer von I? Portföy, betonte die Notwendigkeit eines „neuen Bretton Woods“ aus einer türkischen Perspektive. Er betonte insbesondere die Notwendigkeit für die Errichtung eines „ethischeren“ globalen Finanzsystems.

