Europas Kaffee-Handel: Zeit für eine Reform?

Kaffee ist einer der am meisten gehandelten Waren der Welt. 1,6 Milliarden Tassen werden täglich konsumiert und der Weltmarkt ist 64 Milliarden Euro schwer. Aber bekommen die Kaffeebauern einen fairen Anteil an den Gewinnen?

Kaffee wird vorwiegend in Industrieländern konsumiert. Angebaut wird er allerdings zu über 90 Prozent in Entwicklungsländern. Dort leben etliche Kaffeebauern unterhalb der Armutsgrenze.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass beim Kauf einer Packung Kaffee in den Niederlanden der Bauer nur zehn Cent bekommt. Beim Kauf eines Cappuccinos in Großbritannien gehen nur sieben Cent an den Bauern.

Die EU ist der weltweit größte Verbraucher und Importeur von Kaffee. Sie hat sich auch dazu verpflichtet, die extreme Armut und den Welthunger zu beseitigen.

Welche Rolle kann Europa dabei spielen, den Kaffeemarkt nachhaltiger zu gestalten?

Die EU-Kommission stellt bereits finanzielle Unterstützung für Fairtrade-Initiativen über ihr Budget für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Doch Aktivisten sagen, dass das nicht genug sei. Sie fordern eine Reform der Handelsregeln.

Der Handel wird von großen multinationalen Händlern und Kaffeeröstern dominiert. Die Kaffepreise sind unbeständig und die Möglichkeit zur Produktionsplanung und Preiskontrolle liegt nicht in den Händen der Bauern.

NGOs fordern Alternativen zur aktuellen Handelspolitik. Sie wollen den Bauern helfen, höherwertigen Spezialitätenkaffee zu ernten, der dann für einen höheren Preis verkauft werden kann. Zudem wollen sie es den Kaffeebauern ermöglichen, andere Stufen der Wertschöpfungskette zu kontrollieren.

Die Bauern brauchen der Zivilgesellschaft zufolge einen besseren Zugang zu technischem Wissen, Infrastruktur und Kapital. Ansonsten würden sie weiterhin gezwungen sein, ihren Kaffee zu sehr niedrigen Preisen zu verkaufen.

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