EU leistet kurz- und langfristige Unterstützung in Äthiopien

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

Ausgabestation für sauberes Wasser in Äthiopien. [Oxfam/Flickr]

Äthiopien durchlebt eine der schwersten El-Niño-Katastrophen in der Geschichte. Die Statistiken sprechen für sich: Letztes Jahr ist die Anzahl der Menschen mit unzureichender Ernährungssicherheit von 2,9 Millionen auf über zehn Millionen gestiegen, schreiben Neven Mimica und Christos Stylianides.

Neven Mimica ist EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung. EU-Kommissar Christos Stylianides ist verantwortlich für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement.

In Äthiopien leiden nunmehr zehn Millionen Menschen an mangelnder Ernährungssicherheit. Hinzu kommen noch die chronisch darunter leidenden acht Millionen Äthiopier.

El Niño bedroht die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen im Land, untergräbt die legendäre Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung und gefährdet womöglich die Entwicklungserrungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Wenn wir die eindringlichen Bilder der Vergangenheit nicht länger auf den Titelseiten sehen wollen, müssen wir jetzt handeln und unsere Anstrengungen dramatisch verstärken.

Seit Winter 2015 hat die EU etwa 44 Millionen Euro an humanitären Hilfsmitteln mobilisiert, um den Opfern von El Niño in Äthiopien zu helfen. Außerdem haben wir erst vor Kurzem verkündet, zusätzliche 24 Millionen Euro bereitzustellen, damit wir den dringenden Bedürfnissen der mehr als 730.000 Flüchtlingen und 400.000 Binnenvertriebenen gerecht werden können.

Humanitäre Hilfe allein wird jedoch nicht ausreichen. El Niño ruft uns sehr einprägsam ins Gedächtnis, dass wir den Faktor der Widerstandsfähigkeit niemals aus den Augen verlieren dürfen. Nur wenn wir humanitäre und Entwicklungshilfe miteinander kombinieren, können wir uns besser vorbereiten und die Belastbarkeit des Landes steigern.

Genau das tun wir in Äthiopien, indem wir Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklung verbinden. Das Land ist der größte Empfänger von EU-Entwicklungshilfegeldern. Es erhält im Zeitraum von 2014 bis 2020 Unterstützung in Höhe von 745 Millionen Euro (aus dem Europäischen Entwicklungsfonds). Ein Drittel dieser Summe ist vorgesehen, um die Ernährungssicherheit zu steigern, die nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und den Klimawandel zu bekämpfen.

Ein Projekt sticht als das größte seiner Art in Subsahara-Afrika besonders hervor: das Productive Safety Net Programme. Es erhielt bereits 150 Millionen Euro an EU-Geldern und bietet jährlich 7,5 Millionen schutzbedürftigen Menschen zuverlässig Unterstützung (sei es in Form von Finanz- oder Nahrungsmitteln). Im Gegenzug nehmen die Menschen an öffentlichen Arbeiten teil. So konnte man im Rahmen des Programms große Hungersnöte in Äthiopien vermeiden, unter anderem am Horn von Afrika 2011. Außerdem lassen sich auf diese Weise die Auswirkungen von El Niño begrenzen.

Äthiopien wird krisenfest

Eine weitere wichtige EU-Initiative ist RESET (Resilience building in Ethiopia). Sie umfasst 41 Distrikte in fünf Regionen und erreicht dabei 2,8 Millionen Menschen. RESET unterstützt Haushalte in extremer Armut mit dem Ziel, den Großteil schutzbedürftiger Gemeinden widerstandsfähiger zu machen – gegenüber Naturkatastrophen, aber auch Krisen menschlichen Ursprungs. Im Rahmen des Programms werden Maßnahmen umgesetzt, die den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen verbessern sowie die Lebensgrundlage der Menschen und ihre Beschäftigungschancen erhöhen. Wassermanagement und -Fassung werden mithilfe von Bewässerungssystemen verbessert. Diese sind auch den Ärmsten zugänglich. So kann man sicherstellen, dass modernste Technologien genutzt und vielfältige, qualitativ hochwertige Kulturen angebaut werden. Darüber hinaus leistet RESET auch Unterstützung im Bereich Familienplanung.

Äthiopiens Widerstandsfähigkeit steht bereits vor einer schwierigen Zerreißprobe, denn in dem Land leben derzeit 800.000 Flüchtlinge. Mit dem EU-Treuhandfons helfen wir Äthiopien dabei, Instabilität und die Wurzeln illegaler Migration in Afrika anzugehen. Das Land ist einer der größten Empfänger dieser Gelder.

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