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08/12/2016

Zentralafrika erhält 2,2 Milliarden Dollar Hilfszahlungen

Entwicklungspolitik

Zentralafrika erhält 2,2 Milliarden Dollar Hilfszahlungen

Eine französische Patrouille in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Foto: dpa

Die internationale Geberkonferenz in Brüssel hat der Zentralafrikanischen Republik milliardenschwere Hilfszahlungen zugesagt. EU-Haushaltskommissarin Georgieva sprach von einem „großen Erfolg“.

Nach Jahren des Bürgerkriegs in der Zentralafrikanischen Republik haben sich internationale Geber für die kommenden drei Jahre auf Hilfszahlungen von über 2,2 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) geeinigt. Unter den Geldgebern sind Frankreich, die USA, die EU, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds. Die EU wird dem Land 780 Millionen Dollar bis 2019 zur Verfügung stellen, wie Haushaltskommissarin Kristalina Georgieva zum Abschluss der Konferenz in Brüssel mitteilte. Sie wertete das Ergebnis als „großen Erfolg“.

„Die Zentralafrikanische Republik hat große Fortschritte in den vergangenen drei Jahren gemacht. Trotz der Schwierigkeiten haben die Bürger ihren Willen gezeigt, die Krise zu überwinden und neu anzufangen“, sagte Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Die zugesagten Hilfen müssten nun für „Frieden, Sicherheit und wirtschaftlichen Wohlstand“ sorgen. Auch Neven Mimica, EU-Kommissar für Entwicklungszusammenarbeit, begrüßte die Einigung der Geberkonferenz: „In einem Land, das bereits so viel Leid und Chaos erlebt hat, darf es keine Rückschritte mehr geben.“

Zentralafrikanische Republik: Warum Frankreich für den Aufbau der falsche Partner ist

SWP-Analyse von Annette WeberIn der Zentralafrikanischen Republik muss es zunächst darum gehen, eine humanitäre Katastrophe abzuwenden. Langfristig aber gilt es, einen wirksamen Staat aufzubauen. Reformwillige Akteure im Land brauchen dafür internationale Unterstützung, meint Annette Weber von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

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Zentralafrika war im Jahr 2013 im Chaos versunken, als überwiegend muslimische Séléka-Rebellen nach dem Sturz des christlichen Präsidenten François Bozizé die Macht übernommen hatten. Bei Massakern konkurrierender Milizen wurden Tausende Menschen getötet, Hunderttausende mussten fliehen. Trotz der Präsenz von etwa 12.000 UN-Soldaten ist ein Großteil des Landes noch immer unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.

Hilfsorganisationen hatten wiederholt mehr Mittel für das geschundene Land gefordert. „Malaria ist die Haupttodesursache im Land und für die meisten Sterbefälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich“, berichtet Ärzte ohne Grenzen. Laut Unicef stirbt in Zentralafrika fast jedes siebte Kind noch vor dem fünften Geburtstag.

„Ja, die Lage in meinem Land ist schwierig, aber es ist kein hoffnungsloser Fall“, hatte Staatschef Faustin-Archange Touadéra zum Auftakt der Konferenz gesagt. Er würdigte nach dem Treffen „die positive Antwort“ der Gebergemeinschaft, das ursprüngliche Ziel von 1,6 Milliarden Dollar für die kommenden drei Jahre sei deutlich übertroffen worden. Dies werde den Anstrengungen seiner Regierung für den Wiederaufbau einen Schub geben.

Allerdings legte die Konferenz anders als von Touadéra erhofft kein Geberziel für insgesamt fünf Jahre fest. Hier hatte der Präsident mit einem Gesamtbetrag von 3,1 Milliarden Euro gerechnet.