Weltbevölkerung wächst stärker als angenommen

Die Globale Partnerschaft für wirksame Entwicklungszusammenarbeit“ (GPEDC) hat die Chance, das Engagement für die Wirksamkeitsagenda zu erneuern. [Cifor/Flickr]

Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 stärker wachsen als bislang angenommen. Verantwortlich für das Wachstum sind UN-Angaben zufolge beinahe ausschließlich die Entwicklungsländer.

Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 stärker wachsen als bislang angenommen. Wie die Stiftung Weltbevölkerung erklärte, korrigierte die UNO Hochrechnungen von 2013 und rechnet nun mit einem Anstieg der globalen Bevölkerung von heute etwa 7,3 Milliarden auf rund 9,7 Milliarden Menschen bis 2050. Das seien mehr als 170 Millionen mehr Weltbewohner als angenommen. Im Jahr 2100 rechnet die UNO mit 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde.

Verantwortlich für das Wachstum sind den Angaben zufolge beinahe ausschließlich die Entwicklungsländer. So wird damit gerechnet, dass die Bevölkerung in Afrika von heute rund 1,2 Milliarden auf fast 4,4 Milliarden Menschen im Jahr 2100 steigt. In Europa wird hingegen mit einem Rückgang von derzeit 738 Millionen Menschen auf rund 646 Millionen Menschen im Jahr 2100 gerechnet.

Grund für den Anstieg ist unter anderem die Annahme, dass die Fertilitätsrate, also die Anzahl der Geburten pro Frau, weniger stark sinkt als noch vor einigen Jahren angenommen. Die Stiftung Weltbevölkerung forderte vor diesem Hintergrund einen besseren Zugang zu Aufklärung und freiwilliger Familienplanung für Frauen und Jugendliche in Entwicklungsländern.

„Jedes Jahr werden nach wie vor 74 Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger – unter anderem weil sie nicht verhüten können“, erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr.

Dem Bericht zufolge würde es jährlich 9,4 Milliarden Dollar (8,5 Milliarden Euro) kosten, Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern Verhütung zu ermöglichen. Derzeit werde nicht einmal die Hälfte davon investiert. Auch die Bundesregierung müsse sich an dieser Stelle „stärker finanziell einbringen“, forderte Bähr.