Die UNESCO verstärkt ihre Partnerschaften mit der Wirtschaft. Das erklärte Ziel ist es, innovative Entwicklungsprojekte in der ganzen Welt zu starten.
Irina Bokova, Generaldirektorin der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur), erklärte EURACTIV in einem Exklusiv-Interview, dass ihre Organisation verstärkt Partnerschaften mit dem Privatsektor eingehe, um sicherzustellen, über genügend Ressourcen zu verfügen.
"Wir nutzen neue innovative Programme wie die Förderung der Nutzung von Smartphones zur Bekämpfung von Analphabetismus; wir arbeiten mit Ericsson und Nokia zusammen. Wir haben interessante Projekte mit einem multinationalen Konzern wie Procter & Gamble, um die Bildung von Mädchen in Senegal zu fördern und wir starten nun ähnliche Projekte in Kenia und Tansania", sagte Bokova.
Die UNESCO hat eine Budget-Lücke, die vor allem auf die Entscheidung der Vereinigten Staaten zurückzuführen ist, ihre Beitragszahlungen in Höhe von 61 Millionen Euro an die Organisation zu stoppen – etwa 22 Prozent der UNESCO-Finanzierung. Der Schritt erfolgte 2011 nach der Entscheidung der UNESCO, Palästina als Mitglied aufzunehmen.
UNESCO-Quellen erklärten gegenüber EURACTIV, dass der Schritt zu Partnerschaften mit dem Privatsektor ein allgemeiner Trend vieler internationaler Organisationen sei.
EURACTIV erhielt eine Liste der aktuellen und prominentesten Partnerschaften zwischen der UNESCO und dem Privatsektor für den Zeitraum der letzten 14 Monate. Das Gesamtbudget jeder Partnerschaft ist in US-Dollar ausgewiesen. Einige Firmen, insbesondere aus Brasilien, neigen dazu, Entwicklungsprojekte nur auf dem heimischen Boden zu finanzieren.
Die meisten Firmen auf der Liste, darunter diejenigen aus China, finanzieren jedoch Projekte weltweit. Zu den größten Zahlern der letzten 14 Monate gehörten Panasonic, Microsoft, FC Malaga, Chinas Wanda, Roche, Procter & Gamble, Nokia, Chinas Chic Group und GEMS Education.
Die Bereiche der geförderten Projekte reichen von der Bildung und der Erhaltung des Welterbes bis hin zur Förderung einer Gesellschaft ohne Rassismus.
Die EU geht ähnlich vor, wenn es um die Nutzung von öffentlichen und privaten Ressourcen für Entwicklungsprojekte geht. Die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission haben so im Dezember die Einrichtung einer "EU-Plattform für Blending in den Außenbeziehungen" beschlossen. Das Ziel: EU-Gelder gezielter und wirksamer für die Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.
EURACTIV.com
Links
EURACTIV Brüssel: INFOGRAPHIC: Private sector and UNESCO join forces for development (7. März 2013)
EURACTIV Brüssel: UNESCO chief: Millions can benefit from partnerships with private sector (5. März 2013)


