UN mahnt mehr Hilfe für Bootsflüchtlinge an

Mehrere NGOs setzen die Seenotrettung im Mittelmeer aus. [© dpa]

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat die reichen Staaten aufgefordert, mehr zur Rettung und Aufnahme der vor allem nach Europa strebenden Bootsflüchtlinge zu tun.

Ziel müsse es sein, Leben zu retten, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, am Mittwoch bei einem Treffen mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen in Genf.

Manche Regierungen seien aber mehr damit beschäftigt, Ausländer draußen zu halten. „Das ist ein Fehler und genau die falsche Reaktion in einer Zeit, in der eine Rekordzahl an Menschen vor Kriegen flieht“, sagte Guterres.

In diesem Jahr sind nach UNHCR-Angaben mindestens 384.000 Menschen in zum Teil seeuntüchtigen Booten aus ihren Heimatländern geflohen. Alleine 207.000 Menschen hätten über das Mittelmeer EU-Staaten erreicht. Das seien dreimal so viele wie im Jahr 2011, als die Zahl während des libyschen Bürgerkriegs auf 70.000 hochgeschnellt war.

Tausende Bootsflüchtlinge haben die Überfahrt in überladenen und seeuntauglichen Schiffen nicht überlebt. Bislang wurden nach UNHCR-Angaben in diesem Jahr schon 4272 Todesfälle registriert.

Die italienische Marine hat in diesem Jahr mehr als 100.000 Flüchtlinge aus Afrika oder dem Nahen Osten gerettet. Allerdings will die Regierung in Rom zum Jahresende den Rettungseinsatz „Mare Nostrum“ einstellen.

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