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22/01/2017

Über vier Millionen Syrien-Flüchtlinge in Nachbarländern

Entwicklungspolitik

Über vier Millionen Syrien-Flüchtlinge in Nachbarländern

Fast 50 Millionen Kinder weltweit wachsen in der Fremde auf – mehr als die Hälfte (28 Millionen) sind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt.

[J SH/Flickr]

Immer mehr Migranten entfliehen dem syrischen Bürgerkrieg in Richtung Europa. Doch die überwiegende Mehrzahl – mehr als vier Millionen von ihnen – bleibt laut UN-Angaben in der Region.

Über vier Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg nach Angaben der Vereinten Nationen in die Nachbarländer geflohen.

Bis Ende des Jahres erwartet das Flüchtlingshilfswerks UNHCR einen Anstieg der Flüchtlingszahl auf 4,27 Millionen. Dies sei die größte Flüchtlingswelle von einem einzelnen Konflikt innerhalb einer Generation, sagte Flüchtlingskommissar Antonio Guterres am Donnerstag. Die meisten Menschen seien in dem vierjährigen Krieg in den Libanon, nach Jordanien und Ägypten, den Irak sowie die Türkei geflüchtet.

Die Türkei habe mehr Menschen aufgenommen als jedes andere Land und gebe derzeit rund 1,8 Millionen Syrern Schutz. 270.000 Syrer bemühten sich in Europa um Asyl. Rund 7,6 Millionen seien innerhalb des Landes auf der Flucht.

„Die sich verschlechternden Bedingungen treiben eine steigende Zahl nach Europa und noch weiter weg, aber die überwiegende Mehrzahl der Menschen bleibt in der Region“, sagte Guterres. Man dürfe nicht zulassen, dass sich die Situation der Flüchtlinge weiter verschlimmere.

Die UNHCR fordert für dieses Jahr 5,5 Milliarden Dollar zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge. Bisher ist nur knapp ein Viertel dieser Summe sichergestellt. Das Welternährungsprogramm musste zuletzt bereits die Essensportionen wegen fehlender Gelder reduzieren.