Tausende NGOs starten Action/2015-Kampagne zur Bekämpfung extremer Armut

Die Kampagne Action/2015 beginnt heute. Foto: Statsministerens kontor (CC BY-ND 2.0)

Mehr als tausend Nichregierungsorganisationen aus der ganzen Welt starten heute die Action/2015-Kampagne. Sie gilt als größte Kampagne aller Zeiten und will die Politiker dazu aufrufen, in diesem Jahr verstärkt im Sinne der Ärmsten der Weltbevölkerung zu entscheiden. EURACTIV Brüssel berichtet.

Zusammen wollen die Organisationen die lokalen und globalen Führer dazu auffordern, den menschengemachten Klimawandel zu stoppen, die Armut auszumerzen und das Thema Ungleichheit anzugehen. Sie sollen mit konkreten Maßnahmen für eine gerechte und nachhaltige Welt kämpfen.

Das Bündnis kann sich dabei auf die Unterstützung berühmter Persönlichkeiten verlassen. Mehr als 25 Prominente, darunter Bill Gates, Bono und Sting, veröffentlichten heute einen offenen Brief an die führenden Politiker. Darin erinnern sie daran, welch weitreichende Konsequenzen die Entscheidungen von 2015 haben. Sie könnten die Welt auf Jahrzehnte hinaus prägen.

 

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Gerade ein Scheitern der Klimakonferenzen in diesem Jahr in New York und Paris könnten große Auswirkungen haben. Nach Einschätzungen der Organisatoren von Action/2015 könnte die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen bis 2030 auf 1,2 Milliarden Menschen ansteigen, wenn man sich nicht auf ehrgeizige, allgemeingültige Klimaziele einige.

Auch für den entgegengesetzten Fall hat das Bündnis Daten und Fakten. Selbst bei konservativen Szenarien könnte die Zahl derer, die von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag (extreme Armut) leben, drastisch reduziert werden – von über einer Milliarde Menschen heute auf 360 Millionen bis 2030. Diese Einschätzung basiert auf der Arbeit von Forschern der Universität Denver. Demnach könnte der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen an der Weltbevölkerung von heute 17 Prozent auf vier Prozent bis zum Jahr 2030 fallen. Dazu muss es in diesem Jahr aber entsprechende Entscheidungen zur Ungleichheit, Armut, Investitionen und Klimawandel und eine darauffolgende Umsetzung geben.

Die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai kündigte das Bündnis Action/2015 bei ihrer Dankesrede für den Friedensnobelpreis an. Es besteht aus Netzwerken der Bereiche Umwelt, Menschenrechte, Glauben und Entwicklung. Das Bündnis setzt sich aus bekannten Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International und Save the Children zusammen. Doch auch Basisorganisationen, die mit lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten gehören. Sie wollen, dass die Vereinbarungen von 2015 von Menschen für Menschen sind.

Weltweit wird es heute als Teil des Starts von Action/2015 in mehr als 50 Ländern Aktionen geben. Viele von ihnen werden von 15-Jährigen durchgeführt, die besonders von den Folgen der Vereinbarungen in diesem Jahr betroffen sein werden.

In Berlin trifft sich eine Delegation 15-Jähriger Aktivisten mit Entwicklungskommissar Neven Mimica und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller. Dabei wollen sie den Politikern ihre Hoffnungen und Träume für 2030 präsentieren. Ähnliche Aktionen gibt es vielen weiteren Mitgliedsstaaten der EU und auf der ganzen Welt. Unter Anderem in Costa Rica, El Salvador, Indonesien, Liberia, Mauritius, Nigeria, Indonesien und Uganda werden sich die Menschen für Kundgebungen versammeln.  

Neben Action/2015 findet in diesem Jahr auch das Europäische Jahr der Entwicklung statt. Es ist das erste Mal, dass ein Europäisches Jahr einem so internationalen Thema gewidmet ist. Es soll den Bürgern das Thema Entwicklungshilfe zugänglich machen. Dabei spielt auch der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Man will den Bürgern klarmachen, dass jeder in den ärmsten Ländern der Welt ausgegebene Euro der örtlichen Bevölkerung, aber auch den EU-Bürgern selbst hilft.

Europäische Zivilgesellschaftsorganisationen werden zu diesem Anlass eine „Zivilgesellschaftliche Allianz“ starten. Man will die Öffentlichkeit in eine Diskussion über globale Entwicklungshilfethemen miteinbeziehen.

Dieses Jahr stelle eine ausgezeichnete Möglichkeit im Kampf gegen die extreme Armut dar, sagt Linda McAvan, Europaabgeordnete und Vorsitzende des Entwicklungsausschusses im Parlament.

„2015 muss das Jahr der Handlungen sein, nicht nur der warmen Worte, und ich bin erfreut, dass so viele zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenkommen, um sich in diesem entscheidenden Jahr gemeinsam einzusetzen.“

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