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18/01/2017

Südsudans Präsident Kiir unterzeichnet Friedensabkommen

Entwicklungspolitik

Südsudans Präsident Kiir unterzeichnet Friedensabkommen

Südsudas Präsident Salva Kiir gibt dem internationalen Druck – insbesondere dem der USA – nach: Er will ein Friedensabkommen zur Beilegung des Bürgerkriegs in dem jungen Staat unterzeichnen. Foto: dpa

Angesichts drohender Sanktionen will der südsudanesische Präsident Salva Kiir ein Friedensabkommen unterzeichnen. Damit soll der seit 20 Monaten andauernde blutige Konflikt zwischen der Regierung und Rebellenführer Riek Machar beigelegt werden.

Der südsudanesische Präsident Salva Kiir will heute das Friedensabkommen zur Beilegung des Bürgerkriegs in dem jungen Staat unterzeichnen. In der Hauptstadt Juba ist ein eintägiger Gipfel geplant, bei dem Kiir das Dokument unterschreiben will.

Die Konfliktparteien des ölreichen Landes hatten sich am Montag vergangener Woche unter internationalem Druck in Addis Abeba auf ein Friedensabkommen geeinigt. Es sieht eine Machtteilung zwischen Rebellen und Regierung vor. Demnach sollen die Rebellen den Posten des ersten Vizepräsidenten erhalten. Bis zu seiner Entlassung 2013 hatte Machar dieses Amt inne. Die Rebellen stimmten der Einigung zu. Präsident Kiir verweigerte jedoch im letzten Moment die Unterschrift und verlangte Bedenkzeit.

Die USA leiteten daraufhin im UN-Sicherheitsrat die Vorbereitung internationaler Sanktionen ein. Dazu sollten ein Waffenembargo und Maßnahmen gegen einzelne Personen zählen. Nun soll an der Zeremonie auch Staats- und Regierungschefs aus Äthiopien, Kenia, Uganda und dem Sudan teil.

Im Südsudan, der erst 2011 unabhängig geworden war, war im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen Kiir und seinem einstigen Stellvertreter, Rebellenführer Riek Machar, eskaliert. Dabei kämpfen auch verschiedene Volksgruppen im jüngsten Staat der Welt um Einfluss. Dem Konflikt sind bereits zehntausende Menschen zum Opfer gefallen, mehr als zwei Millionen Menschen wurden vertrieben. Hilfsorganisationen befürchten in diesem Jahr wegen der anhaltenden Kämpfe eine schwere Hungersnot im Südsudan.