Stylianides fordert mehr Anstrengungen gegen Ebola

EU-Kommissar Christos Stylianides. [Foto: EC]

Im Kampf gegen Ebola fordert der EU-Hilfskoordinator Christos Stylianides mehr Anstrengungen der Mitgliedsländer. Für Anfang des Jahres kündigt der zyprische EU-Kommissar eine internationale Ebola-Konferenz an.

„Wir sind an einem kritischen Punkt angekommen“, sagte Christos Stylianides der „Welt“. „Die Bekämpfung von Ebola ist auch wichtig für die Sicherheit der Menschen in Europa.“ Die EU-Staaten müssten mehr tun. Nötig seien vor allem deutlich mehr medizinisches Personal und mehr Hilfszahlungen. Ein Mitglied eines südkoreanisches Helferteams im westafrikanischen Sierra Leone wurde am Samstag mit Ebola-Verdacht in die Sonderisolierstation der Berliner Charite gebracht. In einer Londoner Klinik kämpfte eine in dem westafrikanischen Land infizierte Krankenschwester um ihr Leben.

Stylianides warnte vor der Gefahr einer weiteren Mutation des oft tödlichen Ebola-Virus. „Wir müssen die Zahl der Ebola-Infektionen auf null runterbringen, sonst breitet sich die Krankheit aus, das Virus wird dann weiter mutieren und weiter töten“, sagte er in dem am Sonntag veröffentlichten Interview. Für Anfang des Jahres kündigte er eine internationale Ebola-Konferenz an. Dort solle über langfristige Strategien im Kampf gegen die Seuche, aber auch über konkrete Maßnahmen zur Hilfe der betroffenen Länder und Gemeinden beraten werden. Laut Stylianides sind bis Jahresende 375 medizinische Helfer an der Krankheit gestorben, 678 Helfer haben sich bis Ende 2014 mit dem Virus infiziert.

Über die Identität der auf Bitte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem US-Spezialflugzeug nach Berlin gebrachten Person machten die Ärzte keine Angaben. Das Team-Mitglied aus Südkorea habe sich bei der Behandlung eines inzwischen gestorbenen Ebola-Kranken mit einer Nadel am Finger verletzt. Ärzte wiesen aber darauf hin, dass der oder die Betroffene bisher keinerlei Erkrankungssymptome zeige. Die Inkubationszeit beträgt bei Ebola rund drei Wochen. Die Charite ist – ähnlich wie Kliniken in Hamburg, Frankfurt und Leipzig, an denen bereits drei Ebola-Fälle behandelt wurden – mit einer Sonderisolierstation mit insgesamt 20 Betten ausgerüstet.

In London verschlechterte sich der Gesundheitszustand der an Ebola erkrankten Krankenschwester dramatisch. Die 39-Jährige werde mit Blutplasma eines Ebola-Überlebenden und einer noch im Versuchsstadium befindlichen Arznei behandelt, teilte das Hospital mit. Bei der am vergangenen Sonntag nach Großbritannien heimgekehrten Krankenschwester war am Montag die Seuche diagnostiziert worden.

Die Krankheit hat sich auf sechs westafrikanische Länder ausgebreitet. Am stärksten betroffen sind Guinea, Sierra Leone und Liberia. Insgesamt haben sich 20.000 Menschen mit Ebola angesteckt, fast 8.000 Menschen sind daran gestorben.

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