Sahelzone: EU gewährt 142 Millionen Euro humanitäre Hilfe

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion. Foto: EC

Die EU-Kommission hat die Bereitstellung von 142 Millionen Euro für die humanitäre Hilfe in der Sahelzone Afrikas im Jahr 2014 angekündigt. Die Region leidet erneut unter den Folgen einer gravierenden Nahrungsmittel- und Ernährungskrise. Hinzu kommt, dass viele Menschen in Mali infolge der Situation im Norden des Landes humanitäre Hilfe benötigen.

Im Jahr 2014 liegt der Anteil der an schwerer akuter Unterernährung leidenden Bevölkerung in vielen Regionen in Mauretanien, Niger, Tschad, Burkina Faso, Mali, Senegal und Nigeria nach wie vor über dem Notfall-Schwellenwert. Die "magere" Zeit – die schwierigen Monate zwischen zwei Ernten, in denen Nahrungsmittel und sonstige Ressourcen knapp werden – hat für viele Menschen in der Sahelzone früh eingesetzt. In diesem Jahr droht eineinhalb Millionen Kindern schwere Unterernährung.

"In der Sahelzone benötigen drei Millionen Menschen, davon mehr als 800.000 im Norden Malis, dringend Nahrungsmittelhilfe. Mehr als zwanzig Millionen Menschen leiden dort unter Ernährungsunsicherheit. Wir müssen rasch handeln, um sicherzustellen, dass die Menschen, die nach wie vor infolge von Ernährungsunsicherheit, Naturkatastrophen und Konflikten ums Überleben kämpfen, die dringend benötigte Hilfe erhalten", erklärte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

"Dabei sollten wir nicht vergessen, dass viele dieser Menschen Vertriebene sind, die aus ihrer Heimat fliehen mussten", sagte die Kommissarin. "Während wir diesen Menschen helfen zu überleben, konzentrieren wir uns auch weiterhin darauf, die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung zu stärken. Dies ist der einzige wirksame und nachhaltige Weg, um den Teufelskreis von Notfällen in der Sahelzone zu durchbrechen und die Geißel der Ernährungsunsicherheit und Unterernährung, von der Millionen von Menschen betroffen sind, zu überwinden. Um dies zu ermöglichen, sind neue Mittel unerlässlich."

Die EU-Mittel teilen sich folgendermaßen auf: 57 Millionen Euro für Soforthilfe zugunsten der von der Nahrungsmittel- und Ernährungskrise in der Sahel-Zone betroffenen Menschen, 28 Millionen Euro für die Opfer der Krise in Mail, 7,5 Millionen Euro als Beitrag zur Überwindung der Nahrungsmittelkrise in Nigeria, von der der Norden des Landes am schwersten betroffen ist, 29,5 Millionen Euro für Tschad, wo die Flüchtlingsströme infolge einer komplexen Krise anschwellen, und 2 Millionen Euro für den Norden Kameruns. Weitere 18 Millionen Euro werden in Form von Entwicklungshilfe bereitgestellt, um durch Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen im Norden Malis die Widerstandsfähigkeit der dortigen Bevölkerung zu stärken.

Bei dieser Finanzierung liegt der Schwerpunkt auf lebensrettender Ernährungshilfe für Mütter und Kinder sowie auf Nahrungsmittelhilfe, Zugang zu Basisgesundheitsdiensten und Trinkwasserversorgung für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Mit diesen Mitteln soll auch sichergestellt werden, dass hunderttausende Flüchtlinge und Binnenvertriebene in den westafrikanischen Ländern weiterhin die dringend benötigte Hilfe erhalten.

Red.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren